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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 3 · p. Seite 301

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1936-01-01
Page
Seite 301 (sequence 2)
Language
German
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Besprechungen! 301 oder Salnik nach Ha1*kavyr II, 3, auch im 16. Jhdt.) angeführt. Die vor dem Kosaken auf stände 1648 geflüchteten! Juden aus der Ukraine und Polen erhöhten noch die j. Einwohnerzahl J.s und B.s. Bei der Organisation der j. Gemeinden haben polnische und türkische Einflüsse mitgewirkt. Die Mitglieder wählten ihre weltlichen Vorsteher, ראשיי ומנהיגי ״מדינה genannt, und Rabbiner. Beide mußten von den unter türkischer Oberhoheit stehenden Fürsten bestätigt werden. Der Rabbiner Jassys wurde — offiziell seit 1743 — zum Chachambaschi ernannt, dessen Einfluß sich auf die Judien B.s erstreckte. Bis 1792 ließ er sich durch den weltlichen Vorsteher — im Gegensatz zu Jassy gab es in, Buka״' rest nur einen — vertreten. Von dü ab besaß B., zuerst im weltlichen Vorsteher selbst, einen eigenen Chachambaschi. Während! jedoch die Macht des Weltlichen Vertreters in B. stieg, ging sie in J. aus dem Grunde zurück, da die Würde, des Chachambaschi fast erblich wurde. Die , j. Autonomie kam1 in beidien Städten hauptsächlich in der Steu-erverfassung der Judien zum Ausdruck. In kultureller Beziehung war die j. Bevölkerung beider Gemeinden von den Juden der Nachbarländer abhängig. Die Anwesenheit eines spaniolischen! Arztes und Gelehrten namens R. Salomon b. Aroyo (in anderen Darstellungen wird er: Arvi,: Arahi, Arvani oder ähnl. genannt), von •dem wir durch Josef Delmedigo, der sich in J. aufhielt, erfahren, ist u. E. nicht als Gegenbeleg' anzusehen. Dieselben, geistigen Strömungen wie in der Türkei und Polen finden wir aüdh. hier. Es gelang zwar der geistlichen Behördie, den Frankismus, dessen Urheber längere Zeit in ■der Moldau lebte, einzudämmen, gegen die schnelle Ausbreitung des Chassidismus jedoch war der Chachambaschi machtlos. Anhänger aller chassidischen Rieh« tungen waren in der Moldau vertreten, von den Bekennern der Chabad- Bewegung bis zu der der jüdisch-rumänischen Art mehr zusagenden Riehtung der ukrainisch-galizischen Chassidim. Die wirtschaftliche Lage erscheint uns hier besser als in den meisten Ländern der Diaspora. In J. gab es fast keinen! Handelszweig, der nicht in jüdischen Händen war. In B., wo infolge der antitürkischen Welle am Ende des 16. Jhdts. dasi spaniolische Element abnahm, um erst wieder zu Beginn des 19. anzuwachsen, verhielt!es sich ähnlich. Mit Darlehensgeschäften befaßten sich hier hauptsächlich die sephardischen J. Sowohl in J. als auch in B. wandte sich ein großer Teil der. Judenschaft dem Handwerk zu. Es gab j. Innungen der Schneider, Schuhmacher, Glaser, Goldschmiede, Schmiede, Hutmacher und andere. Manche dieser Körperschaften hatten ihre eigene Synagoge und ihren eigenen ״Pinkass“. Natürlich gab! es Streitigkeiten mit den christlichen Zünften, die allmählich zur Gleichberechtigung der Juden im Gewerbe führten. In den rumänischen Ländern kannten die Juden keine Beschränkungen wie Ghetto, Judensteuer und LeibzolL Hingegen durften sie in J. keine Güter, in B. nicht einmal Häuser erwerben. Kleidungsstücke in gewissen Farben zu tragen, wurde ihnen1 nicht gestattet. Nicht immer bewilligte man ihnen den Bau einer Synagoge. Das Verhältnis der J. zur andersgläubigen Bevölkerung litt sehr infolge der Verbreitung der Ritualmordlüge (in J. 1726, in B. 1801). Der Verfasser stellt die Hypothese auf, daß der J.er Chachambaschi sich in der ersten Zeit durch ein Familienmitglied namens Jesaias vertreten ließ. H. stützt sich auf die ״Elogen1, die der Grabstein dieses 1763 ver-

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