Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 299 (sequence 3)
- Language
- German
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Besprechungen 299 Auf eine interessante Einzelheit möchte ich eingehen. Der Hinweis auf Griechisches liegt ja im Zuge unserer Heinemann-Festn ummer. Bodenheim er S. 470: Pinna, die Steckmuschel, an der Meeresküste Palästinas wie die Purpurmüscheln verkommend. Dazu ist zu bemerken: Die edle Steckmuschel wird namentlich iirv Busen von Tarent gefischt und aus dem 10—25 cm langen!, goldbraunen Barte werden, indem man ihn mit Seide verspinnt, sehr feine und haltbare Handschuhe, Geldbeutel usw. verfertigt. Es sind jetzt nur noch einige Spinnereien in Tarent, Reggio und Cagliari hierfür in Tätigkeit, welche den Byssus zu Handschuhen verarbeiten, jedoch mehr als!Kuriosität, als zu allgemeinem Gebrauche. Leunis, Synopsis X, 1046. Die aus dem Byssus der Steckmuscheln (Pinna) gewonnene Muschelseide könnte unter den Rohstoffen der Textilindustrie eine wichtige Rolle spielen, wenn ihre Gewinnung nicht so mühsam und der Ertrag nicht׳ so geringfügig wäre (Fax und Arndt, Rohstoffe des Tierreichs. SA aus HWB d. Naturwissenschaften.2 S. 594.) Die Steckmuschel heißt nach uTCoxdXapbv, pers. und arab. kalamün. Aus ihrem Byssus wird das Meerwolle suf al-bahr genannte, goldig schimmernde Gewebe gemacht (Hell!, Enc. Islam 1, 100 sv. Abu Kalamün; Auch bei v. Lippraann 1, 673). Ich habe zu מ גע לות הפעון Kil. 9, 7 Krauß, Lehnwörter 2, 448 die Sache kurz behandelt und ,festgestellt, daß von der Meer wolle die Rede ist. Bei der Verarbeitung wird das Material mit Wolle gemischt, daher die Brwähnung in der Misnäf Dozy, Suppl. 1, 853 zu abu kalamün: On en fait au tricöt des bas et des gants qui sont tres cheres, on; en! fabrique meme un drap estime en com bi n an t ce 11 e s übs t an ce a v ec la 1 a i n ei The silk of the־ pinna: tuvixov (Fäbricius, Periplus, Leipzig 1883, S. 76, 104y 106/108). Sopfiocles schreibt p i n n i k o n mit zwei ״n'\ jKil IX 32d8 erklärt die p i n o n ״ Fußbekleidung für Socken דךדסין (Krauß LW 2, 217). Kohut hält seine irrige Erklärung ״Filz" fest (6, 370). Dozy, den ich anführe, zeigt, daß die Kilajim-Sorge der Miäna sich auf die Steckmuschelseide beziehen muß (Krauß, Arch. 1, 628). Der Physiologus ed. Ahrens (Kiel 1892, S. 57 syrisch, S. 75 deutsch): Vom pünos.: Es gibt ein Tier, welches punos (— rivvac;) heißt. Diese ziehen jene עמר א דדהבא goldene Wolle auf, welche, brönejon, (entstellt aus XpuaDv heißt, so daß es keine Färber gibt, die in ihren Färbereien so geschickt wäreny daß sie etwas Ähnliches nach dem Vorbilde seiner Farben geben könnten, penn man sagt, daß durch die Farben der Muscheln דבגרנא דחלזונא . . . «■ Die Stelle ist von Ahrens und G. Hoffmaim nach Basilius (hom. VII; 68 E) berichtigt worden; Das Wort ist auch Lehnwort im Armenischen: Hübschmann Arm. Gramm. (Leipzig 1897, S. 372): pin, p i n a y, pinn ö s, die Steckmuschely die sich im׳ Meeresgründe mit einer Art seidener Fäden befestigt.; Rieger 46 kennt die richtige Erklärung von p i n o n nicht und auch Krauß, Arch. 1, 138, 535 hält sich nicht an meine, in seinen LW gegebene Erklärung.;;; Über die lan-a pinnae: Boch., Hieroz. I, 489.