Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Aus der Geschichte der Juden in Italien im 18. Jahrhundert
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 279 (sequence 5)
- Language
- German
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Aus der Geschichte der Juden in Italien im 18. Jahrhundert 279 einen Ring in dieser Kette, von Beschränkungen und Verfol״ gungen, die die parmensischen Juden erdulden mußten, bezeichnet. In dem ersten Drittel des Monats Kislew des genannten Jahres kamen unerwartet Richter und Polizei in das Ghetto12 mit einem Schreiben des Polizeipräfekten an die Rab״ binen und die Gemeindevorsteher, in welchem die Auslieferung zweier Waisen, eines Jungen im Alter von 12 Jahren und eines 7 jährigen Mädels, Kinder einer angesehenen Familie, verlangt wurde. Eine Unruhe entstand in den jüdischen Ghettokreisen. Die Bitte der Gemeindevorsteher und vermögender Juden, die bereit waren, eine Bürgschaft zu leisten, um die Gewährung einer Frist zu erreichen, um Schritte beim Präfekten zu unter״ nehmen, wurde abgelehnt. Als eine Verzögerung dadurch, daß die gesuchten Kinder nicht zu; Hause waren, eintrat, erhielten die Polizisten die Order, alle jüdischen Kinder, die ihnen hegegnen würden, zu ergreifen, was die Juden zur sofortigen Auslieferung der zwei Waisen zwang. Die Ursache dieser Kinder־- razzia wurde erst am nächsten Tage bekannt. Ein Christ, Sohn einer getauften Jüdin, welche die Schwester des Großvaters der genannten Kinder war — also ein Vetter ihres Vaters — ״spen״ dete“ sie der alleinseligmachenden Kirche. Das Unrecht er״ schien den Juden besonders groß, da dem betreffender( Christen kein Vormundschaftsrecht zustand; die Kinder hatten nämlich nähere Verwandte. Der Vater ihrer Mutter und zwei Schwestern ihres Vaters trugen für sie bis dahin jede Sorge. Dazu kam noch, daß die Exekutoren des polizeilichen Befehls gegen die Juden die Klage führten, sie hätten sie an ־.:.der Durchführung ihrer Aufgabe hindern wollen, worauf eine Zahl von Juden ver״ haftet und gezüchtigt wurde. Ein ansehnliches Lösegeld — der Zweck der Affäre —■ setzte sie auf freien Fuß, einige allerdings erst kurz vor Possach13. Die Kinder wurden 14 Tage nach der 11 Es beginnt mit den Worten!: גופא דעובדא über Verfasser und Ort laßt sich nichts genaues ermitteln, aus dem Inhalte geht mir׳ hervor, daß der Schauplatz des .Ereignisses irgendeine Ortschaft des Kirchenstaates ge« wesen, ist. . . i . בחצר היהודום 12 והגיעוגי בכולל מוסיף ובת אתת רעות רבות וציות תכופות ומכופלות צרת ממון צרח הגוף וצרת 13 הנפש זו למעלה מזו י י