Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Gründung und Privilegien der hebräischen Buchdruckerei in Frankfurt a. O.
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 272 (sequence 11)
- Language
- German
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272 . Bernhard; Br Illing־ größerer Werke wurden von vornherein, Ausnahmen zugebilligt, wovon gerade für den ,vorliegenden Talmuddruck Gebrauch gemacht wurde33. . Die Bestimmung war natürlich sehr dehnbar. Daher blieben auch nach Beendigung des Talmuddruckes zahlreiche. Drucker in Frankfurt. So ergab sich im Jahre 1724 die Zahl von 14, zumeist verheirateten, jüdischen: Druckern. Als die Stadt sich bei der Regierung am 1. April 1724 über diese zu hohe Zahl beschwerte, antwortete Friedrich Wilhelm am 6. Juni, daß ,zwar das Privileg vom Dezember, 1718 (wonach nur 1 Korrektor und 2 Setzer vorhanden sein dürften), noch in Geltung sei, daß sie sich aber mit der Universität, die eine Abschrift dieses Schreibens erhalten hätte, wegen etwaiger;; :Verminderung des jüdischen Druckpersonals in ,Verbindung zu setzen hätten, wahrscheinlich da darüber noch zu verhandeln sei, inwieweit auf die überzähligen jüdischen Drucker die gegebene, Ausnahme (bei vermehrten Druckanforderungen) t Anwendungfinden dürfe34. Es scheint, daß die Stadt mit ihrem Gesuch nicht durchgedrungen ist d. h. daß die Druckaufträge der,Druckerei so .zahlreich waren, daß man von der gesetzlich;>zugelassenen. Ausnahme Gebrauch machen und mehr jüdisches Dru^kpersonal beschäftigen mußte. So vergrößerte sich die Zahl des jüdischen Druckereipersonals ständig. 1728 wurden 15 jüdische Druckereibediente gezählt, 1733 11 (mit zusammen 46 Familienangehörigen), 1752 gar 16 Druckereibediente. Auf diese reichliche Vermehrung hin wurde am 7. November 1753 eine Verordnung erlassen, wonach ihre Zahl auf 3 Judenfamilien und 2 unverheiratete Lehrburschen beschränkt werden sollte. Wahrscheinlieh auf, einen Protest der Wmversität bezw. des Druckereibesitzers hin sind durch Reskript vom 24. Juli 1754 wieder 10 verheiratete und 2 unverheiratete Juden als Drucker zugelassen worden, was beweist, daß die Druckerei damals ziemlich reichlieh beschäftigt war. So verblieb ungefähr das Zahlen Verhältnis 33 s. das Verzeichnis der beim Talmuddruck beschäftigten Juden bei Freudenthal MGWJ 1898 S. 284/85. 34 Das Verzeichnis der Drucker vom 28. 1. 1724 sowie die weiteren Verhandlungen darüber s. Staatsarchiv Breslau Rep. 132e Fach 14 Nr. 2, Fol. 2a ff.