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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 3 · p. Seite 264

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 3
Article
Gründung und Privilegien der hebräischen Buchdruckerei in Frankfurt a. O.
Date
1936-01-01
Page
Seite 264 (sequence 3)
Language
German
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264 Bernhard Brilling sehen Literatur innerhalb der volkreichen polnischen Judenheit interessierte Juden zwecks Errichtung von Druckereien in benachbarte Länder, deren wirtschaftliche und politische Lage gesicherter erschien. Fast zu gleicher Zeit wurden in der Nähe der westpolni&chen Grenze in Schlesien und in Brandenburg hebräische Buchdruckereien errichtet. Die jüngere von beiden war die Dyhernfurther Druckerei, die ebenso wie die Frankfurter ursprünglich keine jüdische Druckerei war. Erst Sabbathai Baß nutzte das dem damaligen Grundherrn von Dyhemfurth, dem Freiherrn von Glaubitz, vom Kaiser am 12. Juli 1667 verliehene Druckprivileg10 für seine Zwecke d. h. für die Errichtung einer jüdischen Buchdruckerei aus, nachdem er zuvor vergeblich an anderen schlesischen Orten wie Auras* 11 und Breslau Druckprivilegien zu erlangen gesucht hatte. Und erst 1689 verließ .das erste hebräische Buch die Dyhernfurther Druckpresse12. Als Sabbathai Baß im Jahre 1685 von dem Magistrat der Stadt Breslau die Genehmigung zur Begründung einer jüdischen Buchdruckerei in Breslau erbat, lehnte der Magistrat dies mit der Begründung ab, daß sich dies wohl nicht lohnen würde. Die polnischen Juden würden auch weiterhin ihre Bücher aus Holland beziehen, daneben sei aber auch die starke Konkurrenz zu berücksichtigen, die von den Druckereien zu Frankfurt a. O. und Waltersdorf (d. i. wohl Wekelsdorf in Böhmen, wo allerdings nur 1680 gedruckt wurde) drohe13. III. Im Jahre 1685 war also die Existenz einer hebräischen Buchdruckerei in Frankfurt a. O. im nahen Breslau schon Druckereien erfolgt war; a. a. O. S. 15. Vgl. Brsch & Gruber a. a. O. S. 57 undi 74. 10 M. Brann, Geschichte und׳ Annalen der Dyhr. Druckerei MGWJ 1896, S. 475. 11 In Auras wurde zwar hebräisch gedruckt, aber erst um 1700. Vgl. B. Brilling in der ZGJD VI (1935) S. 124-128. 12 J. Rabin hat zwar tim Breslauer Jüdischen Gemeindeblatt 1929 Nr. 2 in einem Artikel. ״Aus Dyhemfurths jüdischer Vergangenheit“ die Behauptüng auf gestellt, daß in Dyhernfurth bereits 1666 hebräisch gedruckt worden sei, aber dies beruht wohl auf einem Irrtum, auf den Ich an anderer Stelle einzugehen gedenke. 13 Brann in der MGWJ 1896 S. 517.

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