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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 3 · p. Seite 237

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 3
Article
Grundzüge der Aggada des Flavius Josephus
Date
1936-01-01
Page
Seite 237 (sequence 1)
Language
German
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Bernhard Heller: Grundzüge der Aggada des Fiavius Josephus 237 Grundz&ge der Aggada des Fiavius Josephus. Von Bernhard Heller. Heinerriann hat ״Palästinische und alexandrinische Schrift״ forschung44 in ihrer Übereinstimmung und ihrer Gegensatzlichkeit fein und tief untersucht (Der Morgen, 1933, IX, 2, S. 122—137). Er geht von einem ganz überraschenden Zusammentreffen zwischen Zach. Frankel und H. St. Chamberlain aus, die unabhängig voneinander Forschung und E r f o rschung־ unterscheiden und die Erforschung höher stellen. Sowohl Philos Schriftauslegung als Aggada gehören ins Gebiet der Erforschung. Ein ganz besonderer Platz gebührt der Aggada des Fl. Josephus. Er ist Tannait und Hellenist zugleich. Als Zeitgenosse Jochanan b. Zakkais gehört er dem ersten Qeschlechte der Tannaiten an. Doch er schreibt in Rom. In Rom lebt ja später auch der Tannait Matthia b. Charasch. Doch Matthia lebt in Rom, wie er füglich in Jabne, in Lydda, in Bene Berak hätte leben können: in den vier Ellen der Halacha. Weit hergeholt scheint es, wenn man seinen Wahlspruch: ״Sei Schweif bei Löwen, nicht Kopf bei Füchsen4' als Entgegnung auf Cäsars Ausspruch ansieht: ״Lieber in einem Dorfe der Erste, als in Rom der Zweite." Josephus hingegen lebt am Hofe der Flavier, schreibt Geschichte für griechisch lesende Römer. Besondere Bedeutung kommt ihm auch dadurch zu, daß wir von ihm, wie von keinem Tannaiten oder Amoräer, eine zusammenhängende Aggada zur Tora, zu den Propheten, zu Ruth, Esther, Daniel und der Chronik besitzen. In den Midra-. schim, soweit sie zu diesen Büchern erhalten sind, werden Ansichten von Hunderten von Lehrern aneinandergereiht und trotzdem bleiben erhebliche Lücken unausgefüllt. Bei Josephus hingegen entrollt sich uns ein im Großen einheitliches Bild der ganzen biblischen Vorzeit. Heinemann sieht das Gemeinsame zwischen alexandrinischer Schriftforschung und palästinischer Aggada in der Verschmelzung von Gegenwart und Vergangenheit, im anachronistisch, eher achronistisch Überzeitlichem: Gestern, heute, morgen fließen ineinander — die Vorzeit wird aus dem Jetzt

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