Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Bedeutung der Tradition für die halachische Bibelexegese bei Maimonides
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 215 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2829132-2830015-2830019-2840099--54043-2840168- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Die Bedeutung d. Tradition f. d. halach. Bibelexegese bei Maimonides 215 Eine weitere, viel reichere Beispielsammlung würde sich aus dem Material der nichthermeneutischen Exegese ergeben, doch würde dies den Umfang des räumlich knapp bemessenen Aufsatzes Stark erweitern. Wir sehen aber schon aus dem bis״ herigen Beispielstoff, mit welcher Beharrlichkeit Maim. sich an die Voraussetzung klammert, daß die halachische Exegese nicht durchwegs den Ursinn des Schriftwortes wiedergebe. Letzteres sei nur an verhältnismäßig wenigen Stellen der Fall. Für An״ Wendung strenger Maßstäbe betreffs Unterscheidung zwischen textgegebenen und rabbinischen Bestimmungen war zunächst das Problem der Gebotszählung מנין המצות ausschlaggebend. Vgl. S. H. Einleitung. Hierzu kommt noch die Definition Mai״ rnunis bzügl. Dt 42 und 13!; vgl. Mamrim II, 9. Da das Verbot der Inhaltsverminderung wie der Inhalts Vermehrung des Tora״ gesetzes im wesentlichen auch auf eine Grenzverschiebung von דאורייתא und דרבנן Bezug nimmt, so knüpfen sich wichtige reli״ gionsgesetzliche Interessen an die scharfe Scheidung beider Inhaltskategorien. Schwerer ist es allerdings, exakte Merkmale innerhalb der Traditionsexegese selbst festzustellen. Im großen und ganzen kommt es Maim. auf das Traditionsmoment an, wie wir bereits in der Einleitung zu S. H. gesehen. Da wir jedoch hier vom traditionsexegetischen Stoff bloß die hermeneutischen Regeln berücksichtigt haben, mögen hier die einleitenden Worte und ein kurzer Hinweis auf die Einleitung des Maim. zu seinem Mischnakommentar, insbesondere S. 21 ff. und 25 ff. (ed. B. Ham״ burger), ferner Mamrim I, 3 genügen. Mar Samuel und Schabur I. Zur Erklärung der letzten Zeilen des Talmudtraktats Baba mezia. Von Jakob Horovitz. Die letzte Mischna des Traktats Baba mezia bringt eine Meinungsverschiedenheit über die Frage, wer als der Eigen״ tümer des Krauts zu gelten habe, das auf dem steilen Abhang eines zwischen zwei Gärten liegenden Berges wächst, die ver״ schiedenen Eigentümern gehören. R. Meir entscheidet sich für den Besitzer des oberen, R. Jehuda für den Besitzer des unteren Gartens, während R. Simon eine vermittelnde Ansicht vertritt: