Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Versuch über die Freundschaft im Judentum
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 180 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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180 Julius Guttmann nis zur Freundschaft zu fehlen schien. Mit den Worten: Es ist mir leid um dich, mein Bruder Jonathan, sehr lieb warst du mir, wunderbarer war mir deine Liebe als die Liebe der Frauen — vollendet sie ein einzigartiges und unvergängliches Denkmal der Freundschaft. Sie ist so grob, daß sie den Rahmen der Freundschaft sprengt und zum Gleichnis der Liebe wird, zum hohen Beispiel einer Liebe, die an Vergängliches nicht gebunden ist (Pirke Aboth V, 16). Zu Gabirols allegorischer Deutung der Erzählung vom Paradies. Von Julius Guttmann1. Der Bericht, den Ibn Esras fragmentarischer Genesis״ kommentar von Gabirols allegorischer Deutung der Paradieserzählung gibt, ist in seiner andeutenden Kürze für den Eingeweihten bestimmt, der aus seinen mehr verhüllenden als enthüllenden Worten; die tiefsinnige Erklärung Gabirols zu erschließen vermag. Der modernen Forschung ist es in eindringender Arbeit gelungen, das Dunkel dieses Berichtes zu lichten und die Meinung Gabirols klarzustellen. Aber es bleiben noch einige Einzelheiten zurück, die bisher keine befriedigende Erklärung gefunden haben. Dazu gehört insbesondere der Schluß des Ganzen, die Auffassung der Cherubim mit dem kreisenden. Schwert. Daß Gabirol unter dem Schwert den Kreis mit Sonne versteht, ist freilich mit klaren Worten gesagt. Aber es bleibt völlig undurchsichtig, wie diese Auffassung sich dem Sinn des Ganzen einfügt. Der Gottesgarten ist nach der Auslegung Gabirols die übersinnliche Welt, der ihn tränkende Strom die Materie, die nach Gabirol auch den intelligiblen Substanzen zugrunde liegt, die vier Arme, in die der Strom sich nach dem Austritt aus dem Garten spaltet, die vier Elemente, die in der körperlichen Grund- 1 Aus persönlichen Gründen mufi ich mich mit dem/ folgenden kurzen Beitrag für die Festnummer der Monatsschrift begnügen. Ich hoffe, daß er als Ausdruck freundschaftlicher und verwandtschaftlicher Anhänglichkeit bei dem verehrten Herausgeber der Monatsschrift freundliche Aufnähme finden wird.