Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 2 · p. Seite 148

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 2
Article
[Rezension]
Date
1936-01-01
Page
Seite 148 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2829132-2830015-2830018-2839964--53966-2840063
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

148 Besprechungen gebracht hat. Hier ist nicht einmal das Vorkommen einer Elmzeläußerung für die Gesamtanschauung maßgebend; das argumentum e sil'entio darf aber sicher nicht gepreßt werden. Ob man den neutestamentlichen Begriff ״Ap ostel'1 ohne weiteres auf die jüdischen Missionare der Zeit übertragen kann, darüber laßt sich streiten; aber das Fehlen der Bezeichnung שלוחים (I, 418) kann nicht dafür maßgebend sein. Wo finden wir im rabbinischen Schrifttum überhaupt ein Wort über die Aussendung von solchen religiösen Missionaren? Dennoch ist an ihrer Existenz und ihrer Wirksamkeit nicht zu zweifeln. Das Beispiel jenes Kaufmanns, der das Königshaus von Adiabene für das Judentum gewann!, ist ein deutlicher Beweis dafür, daß vielfach schlichte jüdische Menschen es als ihre selbstverständliche Pflicht betrachteten, religiöse Propaganda zu treiben. Wenn solche Predigten über die Beliebtheit der Pröselyten bei Gott gehalten wurden, wie wir in Mekhilta zu Ex 2220 (ed. Horovitz״Rabin, S. 311 f.) lesen, - so ist es schon möglich, daß sich daran auch eine Aufforderung oder Bevollmächtigung anschloß. In einer alten, organisierten Gemeinschaft vollzieht sich ei!n der« artiger Vorgang ganz anders als da, wo ein Meister seine sich eben erst zusammenschließenden Jünger zur Verbreitung einer neuen Idee ausschickt. In der langen Auseinandersetzung über den a7rö3x0^0; im Judentum ist der sehr wichtige Begriff des ,שלוח מצוד oder ,שליח לדבר מצוד vollständig ignö« riert. Die Folgerungen I, 418i. über die Einstellung des Judentums zur Zeit Jesu zur Mission sind ebensowenig zu halten wie der seltsame Satz S. 413 ״Die Palästiner hatten keinen unmittelbaren Zugang zur See“ — gemeint ist wohl, daß sie keinen bedeutenden Hafen hatten und nicht wie die Alexandriner Schiffahrt im Großen treiben konnten. Auf Einzelheiten einzugehen, wird sich bei der Anzeige der weiteren Bände Gelegenheit finden, hier sollte zunächst nur auf die grundsätzliche Bedeutung des wichtigen Werkes!angewiesen werden. I. Elbagen. La Prise de Jerusalem de Josephe Je juif, texte vieux«russe publie integralement par V. Istrin, mem'bre de Tacadeimjie des Sciences die Lenin« gra-d, imprime sous la direction de Andre Vaillant, trdauit en francais par Pierre Pascal, tome premier (Textes publies par Tlnstitut dfEfcudes slaves—H). Paris Institut d’Etudes slaves!. 1934. Hm den . slawischen Josephus hatte sich nach Joseph Frey (1909) vor allem Rerendts verdient gemacht, dessen Buch ״Die Zeugnisse voim Christen« tum im slawischen De bello iudaico“ posthumi 1924 durch Konrad Graß herausgegeben wurde. Nlun 1hat d'as Institut des etud'es slaves in Paris eine neue Ausgabe des slawischen Textes und eine französische ■Übersetzung mit Erklärungen veröffentlicht. Ich habe mich mit einem; Sprachkenner, Lehrer Zlotnik, in Verbindung gesetzt und festgestellt, daß die Übersetzung gut ist, daß sie aber doch, wo es sich um Sprachfloskelln u. ä. handelt, noch genauer hätte sein können:, da diese Stiieigentümlidhkeiten gelegentlich den einzigen Schlüssel, hinter Verfasser oder Redaktor zu kommen, geben. Im Vergleich zu dem ׳uns geläufigen Josephus bevorzugt der slawische Text meist direkte Rede. Viele Einzelheiten (in der Regel Zahlen) werden gebracht, andererseits Personen gar nicht angeführt, Ortsnomlen nicht

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.