Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 144 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2829132-2830015-2830018-2839961--53956-2840059- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
144 Besprechungen als literarisches Darstellungsmittel, was dem Inspirationsbegriff des Buches als solchem nicht zum Schaden angerechnet werden, darf. Neben vielen einsichtsvollen Anschauungen begegnen wir anderen, denen wir nicht beistimmen können. So z, B. können, die göttlichen Worte: ״wachset und mehret euch“ nicht erklärt werden: mit: ״Gott hat diese Worte und diesen Segen gesprochen, nicht in äußerlicher Rede, sondern in der Erschaffung selbst, indem!er die den Worten und dem Segen entsprechen« den Kräfte und Fähigkeiten in die Natur des Menschen hineinlegte“. Es ist keine Dramatisierung des Gedankens, sondern nach Auffassung des biblischen Verfassers ist das Wort Gottes normativ und־ schöpferisch. Es ist nicht die Tat Gottes, die in den Worten des Verfassers zum Ausdruck kommt? es ist das gesprochene Wort Gottes, das zur Tat wird. — Nichts ist einzuwenden gegen die Auffassung, der Hauch, der Atem, sei nach Anschauung des biblischen Schriftstellers das Leben, das Göttliche im Menschen, während die Schöpfung aus dem Staube das Vergängliche im Menschen darsfcelle; allein von einer ״kunstvollen symbolischen Drama« tisierung dieser Wahrheiten“ im biblischen Schöpfungsbericht kann doch nicht die Rede sein. Die Schöpfung aus Erde ist etwas Rezipiertes, ein Begriff, der im alten Orient gang und gebe war. — Die Bibelkommission erklärt die formatio primae mulieris ex primo homine als ״historisch“; nach Verf. steckt ״gerade in der Rippe ein Symbol“; es ist ״bedeutungs« volle Symbolik“. Nun ist aber u. E. hier von Symbol keine Spur; die Stelle soll eben ״historisch“, d, h. buchstäblich genommen werden. Im alten Orient pflegte man nämlich die Verwandtschaftsgrade in somatischer Terminologie auszudrücken (s. I. Zolli, Israele, Studi storico«religiosi, lidine, 1935, das Kapitel ״II concetto di corpo«famiglia ael pensiero religiöse e sociale“, S■. 158—169). Das Weib war dem Manne seine eigene Rippe. Diese Beispiele müssen genügen. Solange der Verf. im Sinne der katholischen Kirche die biblische Urgeschichte historisch — wir würden sagen religionsgeschichtlich — auffaßt, spricht seine Arbeit an; kaum lenkt er in die leicht rationalistisch anmutende Symbolisierungsmethode ein, verringert sich der Wert der Untersuchung. I. Zolli. Leo Steinberger, Der Segen Jakobs (Genesis 49) als Quelle für die Entstehungsgeschichte des israelitischen Volkes, Selbstverlag des Ver« fassers, s. a. Die bei Herodot enthaltenen1 Mitteilungen über das ägyp« tische Kastenwesen brachten den Verf.. auf die Idee, die Söhne Jakobs wären ursprünglich die Exponenten von bestimmten Berufen. Der Autor von Genesis 49 hatte eine alte Urkunde vor sich, die eigentlich eine doppel« reihige Gildenliste war. Die eine Reihe der Namen der vermeintlichen Liste nennt unser Verf. Urim, die andere Tumim; nebenbei wird es auch einen verbindenden־ Text ״Zeugma“ gegeben haben. Selbstredend müssen in der Bibel tiefgehende Textkorrekturen vorgenommen, werden; ist all das ge« schehen, so kann! man die alte Urkunde sauber herausschälen, Ein Blick auf die Arbeitsmethode: מכרותיהם geht auf מביר zurück, das aber מזכיר, r;der Erinnerer“ heißen soll; dies paßt ja wunderbar zu!נשד&> den ״Vergessen«