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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 2 · p. Seite 127

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 2
Article
Von tropos und troparion zum Trop
Date
1936-01-01
Page
Seite 127 (sequence 3)
Language
German
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Zu S. 35—52: Der Prophet Jesaia und der Baum 127 jenen melismatisch-ornamentalen, jenen verzierten ״gewürzten“ Gesangs stily der als Grundlage für die Tropenliteratur in der Kirchenmusik, namentlich für das'X.—XI. Jhdt. im Abendlande bezeugt ist^. Wenn nun Raschi den ״Trop“ als כעימת בייבום קול, als ״angenehme Würze der Stimme'V als Verzierung des Gesanges erklärt, so hat Raschi auch hier wieder einmal das Alte, das Ursprüngliche bewahrt. Zu S. 3552־: Der Prophet Jesaia und der Baum. Emamiel bin Gorion macht brieflich auf den Alexanderroman aufmerksam, wo zwei Bäume Alexanders Tod Voraussagen (M. J, Bin Gorion, Born Judas UI 140 f., 307), sowie auf den Wettstreit mit dem Dornbusch (Sagen; der Juden 432). Ein rechter Streit der Bäume wird uns in׳ der Aggada vom Galgen Hamans gegeben; nach Ester R. IX, 2 und Abba Gorion ed. Buber 21b bieten sich die Bäume wetteifernd zum Galgen an, nach Partim Acberim und Targ. Sehen! verwahren sie sich alle. Auf Grund der Vergleichung mit der Kreuzholzsage, mit der Sage vom Tamariskenzweig, mittels dessen Isphendiar in der persischen Heldensage, mit der Sage vom Mispelzweig, mittels dessen! Balder in der nordischen Sage getötet wird, habe ich MGWJ 1933 LXXn 202—204 nachzuweisen gesucht, daß in der Urfassung die Bäume die verhaßte Aufgabe ablehnen. Bei dieser Gelegenheit sei es gestattet, Versäumtes nachzuholen. Wenn vom Zersägen des Menschen die Rede ist, muß auch die Susanna- Erzählung angeführt werden. Daniel, um die beiden lüsternen Greise der Verleumdung zu überführen, befragt sie, unter welchem Baum eigentlich Susanna den Ehebruch begangen hätte. Der Zweitgefragte antwortet: rTxo TCptvov, unter einer Eiche Darauf fahrt ihn Daniel an: ^svet 6 קסן ä^ikoc, tou freoi) ״c7]v po^npaiav eywv 7cp(.aoa ae yiaov. ״der Engel Gottes, das Rechtschwert in der Hand, wird dich entzweisägen“, (So Theodotion 59, ähnlich Septuaginta.) Dieses griechische Wortspiel wird als Beweis angeführt, daß die Susanna-Geschichte auch ursprünglich griechisch abgefaßt war. Ich meine, eben dieses erzwungene Wortspiel weist auf nichtgriechisches Original hin. Das Zeitwort rcplsiv zersägen soll nur zum Wortspiel mit ׳rcpivoc Eiche verhelfen. Es muß ja auffallen-, daß der zersägende Engel nicht eine Säge, 3 Vgl. Z. L. Blume, Vom Halleluja zur Sequenz (Kirchenmusikalisches Jahrbuch, 19.11). P. Wagner, Ursprung und Entwicklung der liturgischen Gesangsformen bis zum Ausgange des Mittelalters, 1901. — Gegen den vermuteten organischen Zusammenhang zwischen Troparion und Tropenform nimmt neuerdings Stellung F. Gennrich, Grundriß einer Formenlehre des mittelalterlichen Liedes, 1932 — diese Frage harrt noch der Entscheidung.

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