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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 2 · p. Seite 126

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 2
Article
Von tropos und troparion zum Trop
Date
1936-01-01
Page
Seite 126 (sequence 2)
Language
German
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126 Bernhard Heller liehen Gesang ihrer Brüder. Dazu Raschi: diese Eingeweihten beeilten sich, den 12 buchstabigen Gottesnamen schnell zu singen, so daß er von der Menge nicht gehört wurde, weil über« tönt• מקול כעימות חבריהם בכעימת בישום קול שקורין טרו״ף von der Würze des Wohlgesangs, genannt Trop. Doch diese Bezeichnung scheint den Abschreibern nicht gut bekannt gewesen zu sein, da sie mehrfach verballhornt wird. Darmesteter - Blondheim (Les Gloses francaises S. 143 Nr. 1035) verzeichnen u. a. auch die Schreibarten פזרונפו und מרוכפא und leiten es von einem spanischen Tronpo oder Tronpa ab. Doch schön Zunz GV 1442, 2457 vermutet die richtige Erklärung: ״Trop (Raschi zu Kiduschin f. 71a, מהרי״ל f. 49, vermutlich TQÖ^tog)/' Was Zunz behutsam als Vermutung äußert, hatte bereits Reuchlin mit Bestimmtheit von den Akzenten ausgesprochen: ״guae a Judaeis graece T r o p i, hebraice N e g i - noth, hoc est soni, appelantur"2. Der Kunstausdruck Trop dürfte zu den deutsch-französischen Juden vom Südosten gekommen sein, eher aus Rom als aus Bizanz, wo dafür TQ07raQ10v gebräuchlich war. H. Heine überträgt diesen aschkenazischen Sprachgebrauch dichterisch ins Sefardische, wenn er von seinem Jehuda Halevi singt: Diesen echten alten Text Rezitierte auch der Knabe In der uralt hergebrachten Singsangweise, Tropp geheißen. Der Ausdruck lebt auch heute noch fort. Im elsaß-lothrin״ gischen Jiddisch hat ihn letzthin Emmanuel Weill (REJ, 1921, LXXII, 79) auf gezeichnet: Trop, accent des mots hebreux dans la Bible. In diesem heutigen Sprachgebrauch hat der Kunstausdruck seine ursprüngliche Kraft und Farbe eingebüßt: Trop heißt hier allgemein die Vortragsweise der Bibel. Ursprünglich jedoch bezeichnete Tpö7tos nicht jeden Vortrag oder Gesang, sondern 2 Reuchlin, da acoentibus et orthographia linguae hebraicae, Hagenau, 1518, angeführt im aufschlußreichen Aufsatz von Herbert Löwenstein, Eine pentatonische Bibelweise in der deutschen! Synagogeum 1518 (Zts; f. .Musikwiss. 1930,. XU, S. 514).

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