Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Eine Polemik des Thomas von Aquino gegen Maimonides
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 96 (sequence 4)
- Language
- German
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96 Leo Strauß haben wir wieder zu fragen: Wie kommt Thomas, der katholische Aristoteliker des XIII. Jahrhunderts, dazu, Vertreter des biblischen Sinngehalts gegen den großen Juden zu sein? Vielleicht ergibt sich uns eine Antwort, wenn wir die Sentenzenbücher und Summen der christlichen Scholastik auf ihren Aufbau hin durchsehen. Wir werden dann nämlich finden, daß zu den großen Hauptgegenständen ihres Nachdenkens die K i rche gehört, mit deren Behandlung z. B. die theologische Summe des hl. Thomas zum! Abschluß kommt. Damit war aber auch der philosophischen Weltanalyse der früheren Teile ihre Ausrichtung auf eine geschichtliche Gegebenheit gewiesen, die in dem reifen System des XIII. Jahrhunderts die griechische Anerkennung der Naturselbständigkeit nicht neben sich duldete. Aber dieser Tatbestand hat seinen eigentlichen Ursprung nicht in der Philosophiegeschichte: Das Christentum hatte dem abendländischen Denken das Bewußtsein gegeben, daß die Menschen auf der Erde als Glieder der Kirche den Sinn der geschaffenen Welt im Hinblick auf die ewige zu vollenden hätten. Das Hochmittelaltar war dazu gekommen, diese Hab tung zum Gegenstand philosophischer Reflexionen zu erheben. Dabei ist aber den einfachen Frommen wie den scholastischen Denkern immer bewußt gewesen, daß ihr Glaube an die Welt״ bedeutung der religiösen Entscheidung die christliche Weiterführung dessen war, was als Bundesschluß zwischen Gott und Volk Israel3 begonnen hatte. Aus diesem Zusammenhang heraus erhebt Thomas den Einspruch gegen Maimonides, von dem wir ausgingen. Eine vermißte Schrift Faräbis. Von Leo Strauß. In einem Artikel, der im letzten Bande der JQR erschienen ist, hat I. Efrös zu zeigen versucht, daß ״the second of the three pärts of (FalqefäV) Reshit hokmah, entitled יהחלק השני• במספר החכפות is a literar trähslätiön of the whole of Alfarabi’s important 3 Daher ist nach Tanch. Buber Bereschit 3 die Welt um Israels willen geschaffen. —Daß sie um des Menschen willen geschaffen wurde, glauben auch Saadia und Gabirol. L H. ‘ '