Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Genesisprobleme
- Date
- 1936-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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Genesisprobleme. Von Martin Buber. In der Einleitung zu seinem Genesiskommentar hat Hermann Gunkel die Unterscheidung der drei ״Quellenschriften“ J, E und P in der Genesiserzählung als ein gemeinsames Ergebnis der alttestamentlichen Wissenschaft von anderthalb Jahrhunderten bezeichnet, auf das die Nachkommen stolz sein dürften: ״Man vermag gegenwärtig die Quellenschriften in vielen Fällen bis auf den Vers, in einigen bis auf das Wort zu bestimmen.“ So konnte es dann Otto Procksch in seinem Kommentar unternehmen, die Quellenschriften gesondert zu übertragen und zu erläutern. Gegen die These, insbesondere gegen die Unter- Scheidung eines ״jahwistischen“ und eines ״elohistischen“ Erzählers erhob sich mancher Widerspruch, doch ist ״die Pentateuchwissenschaft unbeirrt bei ihrem Dogma geblieben“ (Volz). In den letzten Jahren sind, in Ausgangspunkt, Zielsetzung und Methode verschieden, aber einander gerade deshalb in wesentlichen Punkten ergänzend, drei Bücher erschienen, die zusammengenommen einen Angriff von so bedeutender Stärke gegen die Quellenscheidungslehre darstellen, daß deren unbefangene Anhänger nunmehr eine Revision werden erwägen müssen, Es sind dies: ״Der Elohist als Erzähler. Ein Irrweg der Pentateuchkritik?“, von Paul Volz und Wilhelm Rudolph1, ״Das erste Buch der Tora, Genesis“, übersetzt und erklärt von B. Jacob2, und ״La questione della Genesi“, von Umberto Cassuto3. Die mit einem Exkurs von Rudolph über die Josephsgeschichte verbundene Arbeit von Volz ist die sorgfältige, von einem zuverlässigen wie philologischen so auch ästhetischen Gewissen bestimmte kritische Analyse einer Reihe von für die Quellenfrage wichtigen Genesiskapiteln. Jacobs Kommentar ist ein Novum: in keinem andern unseres Zeitalters, auch nicht in dem Luz~ zattos, ist die Sprache des Pentateuchs so emstgenommen und so gründlich erforscht worden, in keinem andern, auch nicht in 1 Alfred! Töpelmiann, Gießen, 1933. 2 Schocken Verlag, Berlin, 1934. . 3 Felice Le Monnier, Florenz, 1934, Monatsschrift, 80,, Jahrgang 6