Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Aus ostjüdischer Geschichte
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 465 (sequence 10)
- Language
- German
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Besprechungen 465 sation des 19. Jahrhunderts müde waren und nach Erneuerung‘ des Geistes und Lebens sich sehnten, fühlten, daß' in Towianskis Theorien zum ersten Male etwas von der. Gemeinschaft der Völker und der Internationale ״in metaphysischer Potenz“ sich finde. In gewisser Beziehung Ghandische Ideen. Israel sollte völlig in Polen aufgehen. Es ist etwa der verkörperte Begriff des Gottesgeistes. Israels Verbannung bedeutet etwa ״Die Schechina im Galut“. Inspirator und Vollstrecker der ״Arbeit an Israel“ wurde der getaufte Jude Gerson Romm aus Wilna. Diese Arbeit mußte scheitern an dem ihr fehlenden Resonanzboden, an ihrer katholischen Richtung, die nach außen hin verschleiert wurde, dem Mangel einer Weltanschauung und ihrer UnWahrhaftigkeit und Nebelhaftigkeit. Anschel Rothschild in Frankfurt a. M. suchte man durch die Inaussichtnahme des Eintretens für Förderung der politischen Rechte der polnischen Juden und׳ Schmeichelei zur Hergabe von Geld zu gewinnen. Vor den 1845 in Frankfurt versammelten Rabbinern gab Romm sich, möglicherweise -als Sendling der polnischen Reformer aus. Auch mit den Brüdern Lehren in Amsterdam suchte er anzubinden. Schließ« lieh verließ er die ״Bewegung‘‘1. Abenteuerlich mutet auch die Rede Mickie« wicz's in einer Pariser Synagoge und sein Plan an, 1855 gegen Rußland in Konstantinopel jüdische Legionen zu schaffen und ihnen als Lohn das pol« nische Bürgerrecht zu verleihen. Der Verf. stellt sorgfältig die Towianski« Literatur zusammen. [Der Leipziger Prediger I. L. Auerbach (S. 42) stammte nicht aus Frankfurt.] Besprechungen. Rahel Wischnitzer«Bemstein: Gestalten und Symbole der jüdischen Kunst. Mit 6 färb. Tafeln u. 81 Abbild. Verlag Siegfried Scholem, Bin.« Schöneberg. Die Verfasserin, die bereits in zahlreichen kleineren Arbeiten über Einzelgebiete jüdischer Kunst beachtenswerte Ergebnisse ihrer Forschungen veröffentlicht hat, stellt sich in diesem stattlichen Buch die Aufgabe, ״die verschütteten Inhalte der jüdischen Kunst aufzudecken, ihre Zeichen und Gestalten zu deuten, Vorarbeit zu leisten für eine Motiv״! und Typen« geschichte der jüdischen Kunst“. Dem entspricht die Anlage des Buches durchaus; es ist in der Hauptsache eine Materialsammlung: in acht Kapiteln (Göttliche Offenbarung, Königtum, die Lehre, Priestertum, Judentum, Fest un4 Brauch, Zukunftshoffnung, Zeit und Welt) ist der reiche Stoff gegliedert, der aus kunstgewerblichen Kultgeräten, aller Art, aus bildlichen Darstellungen in Mosaiken, Buchmalereien und alten Drucken her geholt wird. Manches wenig Bekannte, manches Neue wird! hier — auch im; Bilde — gezeigt, und — wo es nur angängig — auf Grund von Bibel״ und Talmudstellen gedeutet. Vor allem aber wird hier zum ersten! Male der Versuch gemacht, die zahlreichen Einzelsymbole des jüdischen Kultus, des jüdischen Lebens und Denkens unter größere Gesichtspunkte zu ver« einigen und miteinander in Beziehung zu setzen. Daß bei einer solchen Gruppierung Überschneidungen und Wiederholungen sich ergeben, läßt sich wohl nicht ganz vermeiden. So erfährt ein derart zentrales Symbol