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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 6 · p. Seite 427

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 6
Article
Der Badeschwamm
Date
1935-01-01
Page
Seite 427 (sequence 6)
Language
German
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Der Badeschwamm 427 ist allerdings der Seeteufel nicht, aber als absonderliches und häßliches Tier sehr bekannt. Ähnlich sind die zweihäutigen Blätter, in welche der erste starke Strahl über, der Schnauze des rauhen Krötenfischs Antennarius endet (Giebel 271). Oken 77: zwei Kolben am Ende des Angelfadens. Schwammartig ist das Horn, das auf der Stimecke des Lophotes steht, nicht: es ist komprimiert und hat hintere häutige Besäumung (Giebel, Naturgeschichte d. Amphibien und Fische S. 257). Auch Ostracion-Arten, ohnehin zu klein für Aruchs großen Seefisch, haben nur Stacheln, nichts schwammiges über den Augen (Oken HO). An die Erklärung Aruchs lehnt sich die des Isr. Lipschütz (1782—1860 Sabb. 21, 3) an: sejtg ist die Wimper (f) eines Seefisches. 8. Badeschwamm und Judenschicksal. Christian Friedrich Koch (Die Juden im preußischen Staate. Marienwerder 1833), ״der große Systematiker der preußischen Rechtsgeschichte" sagt, >,nach seiner Feststellung behandelten die Obrigkeiten die Juden von jeher wie Schwämme, welche von den Staatsbürgern einsaugten und sich von ihren Herren beliebig ausdrücken ließen" (MGWJ 78 — 1934 — 290). Das Bild, im neueren philosemitischen Schrifttum oft wiederholt (oben S; 368), kennt schon Suetonius: wenn der Badeschwamm vollgesögen ist, preßt ihn die Regierung aus (de Vespasiano 16). 9. Medizinische Verwendung. Spongia marina ist das hauptsächlich aus Spongia bestehende maschige Gerüst des Badeschwammes (Hager). Dieser ist das gereinigte Gerüst einiger zur Gattung Euspongia O. Schm, gehörigen Hömfaserschwämme (Moeller, Pharmakognosie2 464). Von medizinischer Verwendung wird in der behandelten Literatur nur der Schutz einer Wunde durch eine Badeschwammkompresse erwähnt. Daneben wird auch Werg (mökTi) ge« nannt. Papyrus Igemi) dient zum Fixieren des Schwammes (F 1, 569). Es wird betont, daß der Badeschwamm nicht die Heilung fördert [obwohl er die Wunde aussaugt Vaj. r. 15, 41, sondern bloß die Wunde :schützt (TSabb. V H612. j XVI 15c17. b 134b. 28*

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