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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 6 · p. Seite 417

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 6
Article
Das messianische Gastmahl der Gerechten in einer hebräischen Bibel aus dem XIII. Jahrhundert
Date
1935-01-01
Page
Seite 417 (sequence 11)
Language
German
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Das messianische Gastmahl d. Gerechten in einer hebr. Bibel 417 die Himmelskörper jubeln und tanzen. Dem paradiesischen Gastmahle wird, nach verschiedenen in den Midraschim verstreuten Erzählungen, ein Kampf;zwischen den beiden Urtieren vorangehen: dem Riesenfisch Leviatan, welcher am fünften Schöpfungstäge geschaffen wurde, und dem wilden Bergstier, Schor-habar oder Behemot, der so groß ist, daß er auf tausend Bergen weidet. Aus dem Fleische dieser beiden Ungeheuer, die endlich auf Gottes Befehl vom Erzengel Gabriel getötet werden, wird man die Speisen für die Seligen zubereiten. Als dritte Speise wird ihnen, der schon in den Psalmen erwähnte, aber in der talmudischen Literatur oft genannte,: Vogel pr dienen (Lev. Rabba 22, 10), von welchem R. Jehuda sagt, .er sei sö riesige daß er mit den offenen Schwingen die Sonne verdeckt. Diese drei der persischen Kosmologie entlehnten Urtiere stellte unser Maler dar (Abb. 2). Die Trias der großen Urtiere: Le via״ tan-Fisch, Schor-habar- oder Behemot-Stier und Vogel-Ziz, ent״ spricht genau der in der persischen Eschatologie des: heiligen Buches Bundehesch, wo die Tiere Jihar, ״der eingerollte'", had- , , ,;־SÖKkrfJ ' hayosh oder carcaok/ der reine Stier, und caena-maergha, (si~ mürqh) benannt sind17. Auch die Idee des paradiesischen Mahles und der Verspeisung der Urtiere, zwecks Erlangung der Unsterblichkeit, dürften dem iranischen Vorstellungskreise ent״ nomiheh seift18. Das Auftreten aller drei Urtiere, darunter des Vogels Ziz in der klassisch-persischen Gxeifenform, auf der Miniatur der Ambrosianischen Bibel (Abb. 2) bestätigt noch ein״ mal die heute fast allgemein anerkannte Tatsache der Infil״ tration iranischer Motive in die jüdische Eschatologie und be״ zeugt das. dauernde Fortleben dieser . Tradition noch im Mittelalter. ."״; ' > י.' In der Darstellung des paradiesischen Mahles, der Freude der Planeten und Sterne, folgt der Maler also der Beschreibung dieser Vorgänge in den Otijot des R. Aluba, was nicht aus״ schließt, daß manches Detail, in anderen apokalyptisch-eschatd« 17 Windischmann, Fr.: Zoroastrische Studien, Berlin 1863, S. 91—93. Bundehesh Gap. XVm—XIX. 18 Vgl. den alten, aber noch immer wertvollen Aufsatz von Alex. Kohut: Was hat die talmudische Eschatologie aus dem Parsismus auf״ genommen? ZDMG XXI (1867) 552—591, Anhang.

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