Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 4 · p. Seite 338

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 4
Article
Jüdische Echatologie [Rezension]
Date
1935-01-01
Page
Seite 338 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2830007-2830012-2839658--53590-2839730
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

338 Besprechungen andere als eine universalistische Deutung zuläßt. S.77 liest man: ״Dem Volke Israel soll die Zukunft .... Herrschaft bringen. Der jüdische Erwählungsglaube und das Absolutheitsbewußtsein haben sich in der Religion Israels, auch in ihren modernsten Trägern, nie völlig verloren׳, ... die exklusiven Stimmungen erben sich fort von Jahrhundert!zu Jahrhundert oder brechen beim geringsten Anlaß wieder hervor, ob sie sich nun imi Haß gegen den Bedrücker oder in der hochmütigen Überlegenheit über den Goj erweisen.“ Ein Glück, daß die Befangenheit, die Volz i n diesen Worten bekundet, und von1 der er sich durch einen! Blick etwa in den Mischne~tora des Maimonides (Hilkot Melakim, Schluß) befreien kann, sich nicht auf den eigentlichen Gegenstand seines vorliegenden Buches erstreckt. Nur übersieht er Abot 1 3 und ähnliche Stellen, wenn er S. 80 den ״christlichen Fortschritt“ darin fest״ stellen will daß die Seligen ihre Liebeswerke ״ohne Absicht auf Lohn getan haben“. Der Kampf mit dem Bösen (S. 85) wird im Judentum hauptsächlich seelisch zur Überwindung des bösen T rieb es geführt. S. 165 erkennt Volz an׳,• daß wir ״ebenso wie im A.T; in den •rabbinischen Urkunden-: •tiefe Äuße״ rungen theozentrischer Frömmigkeit finden“. Ein so ehrliches Bekenntnis bekundet nicht nur den׳ Emst eines Strebens, durch einen schwierigen Stoff bis zu den Quellen der Wahrheit zu dringen, sondern auch einen heute nicht alltäglichen Mut; Das Buch von Volz, das; schon in seiner ersten! Auf״ läge nach Verdienst gewürdigt worden ist, kann als Musterleistung eines Gelehrtenfleißes,, den kein Hindernis schreckt^ bezeichnet werden. Es zeigt aber auch, was die rechte Methode der Behandlung selbst aus dem sprödesten Stoffe erzielen kann- י Grunwald. Bruno Finkeischerer: Die Sprachwissenschaft des Josef Ihn Kaspi, Disser״ tation. Göttingen 1930. ' ' ' Verf. hat sich die Aufgabe gestellt^ die vielen zerstreuten Bemerkungen־ sprachwissenschaftlicher und sprachphilosophischer Art, die sich in den zahlreichen^ großenteils noch unedierten1 Schriften! des Josef b. Abba Mari Ibn Kaspi (Neubauer״Renan zählen 30 f auf) befinden, ״zusammenzustellen: und auf ihre Selbständigkeit zu untersuchen^; Außer den gedruckten Werken stand Verf. ®xr diese Arbeit eine Handschrift der שרשרות כסף aus der Bibliotheque nationale in Paris zur Verfügung. K. ist weitgehendst philosophisch interessiert und baut sich zunächst; einen soliden Untergrund in den logischen Grundsätzen und Axiomen, mit denen! er die Fülle sprachliche Erscheinungen zu ordnen und zu erklären unternimmt Er wird zum Verfechter einer logischen Ubiquität, indem er alles, was ihm begegnet, in eine Regel, ein Bildungssfchema hineinzupressen und der Spräche die Souveränität in der lebendig-eigenwilligen Gestaltung ihrer!Formen abzuerkennen sucht. Er hat wenig i Verständnis für die durch Rhythmus und euphonische Gesichts״ punkte bedingten Seitenbildungen, die mit den Netzen der Logik und Grammatik sich kaum fangen; lassen. Formelemente,. von denen etwa Ibn Ganach sagt, sie stünden zur Verlängerung, zum Schmuck!, zur ״Ver״ Stärkung“ oder ״Entlastung“ eines Wortes, sucht er als systembegründet zu erweisen. Von einem weibl. Hauptwort, behauptet er, gibt es keinen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.