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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 4 · p. Seite 337

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 4
Article
Jüdische Echatologie [Rezension]
Date
1935-01-01
Page
Seite 337 (sequence 2)
Language
German
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Besprechungen 337 (Auferstehung und Unsterblichkeit)., — Zwischenzustand und endgültige Entscheidung über den Einzelnen gleich beim Tode. — Das Gericht. — Vernichtung und Verdammnis. —־ Weltuntergang und «erneuerung. — Die Heilsgenossen. ־־־־ Heil und Seligkeit. —־ Das Reich Israel. — Die Stätte des Heils und1 der Seligkeit 11. a. m. Der erschöpfenden Übersichtlichkeit in der Anordnung des Stoffes ent״- spricht die Gewissenhaftigkeit und Objektivität in der Benützung und Beur״ teilung der Quellen, Nur wäre vielleicht auch die Berücksichtigung von Ad. L Ö wi ng e r, ״Die Auferstehung in der jüdischen Tradition" (im Jahrbuch für jüd. Volkskunde I, 1923, S. 23 ff.) und einiger Artikel in jüdischen Encyclopädien von Nutzen gewesen. Da, wie Volz selbst zugibt, die Datie~ rimg auf diesem Gebiete grobe Schwierigkeiten bereitet, manche alte Über״- lieferung in jüngeren, manche jüngere in älteren• Schriften auftaucht, kann jede Stoffsammlung, wenn sie auch kritische Chronologie vermissen labt, beachtliche Anhaltspunkte bieten. Nicht zu übersehen ist ferner, daß die hier zur Erörterung stehenden Fragen, auch in die Zauberliteratur sowie in die Kunstgeschichte (vgL Strzygowsky, Neuß, Dölger u. a.) hineinspielen. Daß ,,Eschatologie des Individuums ein Widerspruch in sich" ist (S. 1), kann von der jüdischen nur mit Einschränkung gelten, da hier eine strenge Unterscheidung in dem Gedanken des Gerichtes nach dem Tode eben so schwer durchführbar ist, wie etwa die verschiedentlich versuchte Definition von Olam ha«ba, 'Athid labo, Jom schekvllo schabbath umenucha lechajje ha«olamim u. a. m. in den Gebeten, die übrigens u. E. ausgiebiger hätten herangezogen werden können. Auch wäre eine Liste dieser eschatologischen Termini, vor allem der hier behandelten hebräischen und aramäischen Formeln am Schlüsse, zweckdienlich gewesen. ״Abgesehen! vom Auferstehungs« glauben hat die Synagoge keinen einzigen eschatologischen Satz zum Be« kenntnis erhoben" (so Volz), wir müssen hinzüfügen: außer dem Messias« glauben. Auch möchte, ohne die umstrittene Frage, ob es im! Judentum Dogmen gibt, streifen zu wollen , statt ״Synagoge" etwa ,,rabbinischeLiteratur" vorzu« ziehen sein. Es ist ja , zu verstehen, daß ״jemand, der in dien festen Formen kirchlicher Eindeutigkeit und Disziplin erwachsen ist, die Bildsamkeit und Bewegungsfreiheit einer undogmätischen Religion"1 nicht recht begreifen kann. Christliche Forscher neigen deshalb dazu, Schema, System, Dogma anzunebmen, wo sie in Wirklichkeit nicht bestehen. Nach unserer Meinung (s., übrigens Volz selbst S. 66) ist auch zwischen Nationalismus und Uni« versalismus (S. 3) hieT kaum zu scheiden und letzterer nur relativ als Fort« schritt zu werten. Beipflichten darf man aber der Feststellung (das.), ״daß der alttestamentliche eschatolögische Glaube als originaler Glaube aus dem. A. T. selbst heraus erklärt werden muß". Doch sind wohl auch universale Strömungen (S. 66) original: und nicht auf fremde Einflüsse zu« rückzuführen. Man denke nur an so manche Stelle2 im A. T., die gar keine 1 Walther Rathenau, Eine Streitschrift vom Glauben, Berlin 1917, S. 15. 2 Lev 181ג; Mika 6g u. a.

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