Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Arabische Quellen zur Geschichte der babylonischen Judenheit im 13. Jahrhundert
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 307 (sequence 6)
- Language
- German
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Arabische Quellen zur Geschichte der babyion. Judenheit 307 Unter den vielen dort erwähnten Namen finden wir auch einige der von b. al Fuwati behandelten Persönlichkeiten wieder, vor allem aber die drei Gaonim der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Es ist das Verdienst ,von S. Poznanski, als Erster den Diwan des Elazar hababli als historische Quelle für seine noch heute grundlegende Arbeit über ,,Babylonische Geo״ nim im nachgaonäischen Zeitalter'33 herangezogen und ausge״ wertet zu haben. Im Lichte des von S. Poznanski und nach ihm von S. Assaf, J. Mann u. abgehobenen Materials erkennen wir, daß das babylonische Gaonät bis ins 13. Jahrhundert hinein existierte34, und daß überdies die orientalische Judenheit jener Epoche schöpferische Leistungen auf dem Gebiete der Poesie35 und der Philosophie36 aüfweisen konnte, die nur durch die Theorie von der geistigen Überlegenheit des jüdischen Westens, Spaniens, überschattet, unbeachtet geblieben oder in den Hintergrund gedrängt worden waren. Aber infolge des relativ doch nur spärlichen hebräischen Materials bleiben naturgemäß viele Fragen der inner jüdischen Entwicklung jener Zeit unbeantwortet und an Stelle der fehlen״ den Kenntnisse mußten Hypothesen und Vermutungen treten. Neue hebräische Quellen sind inzwischen nicht hinzugekommen. Doch da hilft jetzt b. al Fuwati aus, dessen Werk uns neues Material über die Geonim und über andere jüdische Persönlich״ Jeruschalmi •aus Ägypten* von dem Mann (a. a. O., S. 436) sagt: ״that it throws some light on seveTal Personalities, in the secand half oft the 13th Century“ auch über jüdische Persönlichkeiten Baghdads spricht, müßte untersucht werden. Über die diversen Handschriften dieses Diwans vgl. Mann a. a. 0./S. 435/445. 38 Berlin 1914. 34 Die bisherige Auffassung geht wohl auf Abraham b. Dauds ״Seder hakabbala" zurück. Vgl. J. Mann a. a. O., S. 202; I. Elbogen: Abraham b. Daud als Geschichtsschreiber (Festschrift für J.> Guttmann) 1915, S. 186/205. 35 Über die Tendenz, die Leistung der oriental. Juden in der Poesie zu schmälern, wenn nicht gar bewußt unterzubewerten, wie sie bei al Charisi, bei Moses b. Esra u. a. deutlich zum Ausdruck kommt, s. die grundlegenden Äußerungen von Mann a.. a. O., S. 263 ff. Im: Lichte der vielen! poetischen Genisafragmente und der Diwane von Elazar hababli und) Joseph b.Tanchum wird eine Neuorientierung der jüdischen Literaturgeschichte notwendig. 36 Über den jüdischen Philosophen des 13. Jahrhunderts Ihn Kammima aus Baghdad s. weiter unten. '