Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 4 · p. Seite 306

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 4
Article
Arabische Quellen zur Geschichte der babylonischen Judenheit im 13. Jahrhundert
Date
1935-01-01
Page
Seite 306 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2830007-2830012-2839654--53550-2839698
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

306 Walter Fischei Während uns für das 12. Jahrhundert neben manchen Ge״ nisafragmenten und Manuskripten die Reiseberichte von Ben« jamirv vorv Tudela, von Petahja von Regensburg und nunmehr auch die so aufschlußreiche von S. Assaf veröffentlichte Brief« Sammlung des Gaon Samuel b. Ali und seiner Zeitgenossen (1184—1207־) vorliegen27, sind wir für das 13. Jahrhundert — und auch hier nur für die erste Hälfte — neben al Charisi s Tach« kemoni fast nur noch auf eine einzige hebräische Hauptquelle angewiesen: auf die Gedichtsammlung des E 1 a z a r b. Jakob h a b a b 1 i. Diese Quelle wurde erst im Jahre 1898 durch E. N. Adler bekannt28, der von seiner Reise nach Aleppo einen aus 281 Ge« dichten bestehenden handschriftlichen Diwan mitbrachte, dessen Autor später von H. Brody richtig und endgültig identifiziert wurde29: Dieser Eiazar hababli, der zwischen 1195/4250 wirkte, war, wie angenommen werden darf30, ein Hausdichter der füh« renden jüdischen Familien Baghdads, für die er bei besonderen Familienereignissen (Geburt, Hochzeit, Tod usw.) entsprechende Gedichte zu schreiben hatte. Da er den konkreten Anlaß für die Abfassung der einzelnen Gedichte stets in der arabischen Überschrift und auch im Text klar zum Ausdruck brachte und überdies die Personen, für die er schrieb oder an die seine Verse gerichtet waren, mit vollen Namen und Titeln nannte31, stellt sein Diwan — von seinem poetischen Wert abgesehen — eine wahre historische Fundgrube dar, die uns die in seiner Zeit wirkenden führenden Persönlichkeiten der Baghdader Juden« heit deutlich erkennen läßt32. 27 Erschienen׳ in ״Tarbitz", Jerusalem 1929, Vol. I Nr. 1—3; auch S. Av nach dem hier zitiert wird. 28 E. N. Adler: The Diwan of Elazar .hababli, in Poznanski«Festschriftr Warschau 1927, S. 22/24. 20 Z H. Bibi, D. 34/35; IV. 23/27. 30 Vgl. J. Mann: Text and Studies in Jewish History and Literature, Cincinnati, 1931, S. 266 ff. Mann und vor ihm Brodyr Davidson, Poznanski, Steinschneider u■ a. haben Teile des Diwans veröffentlicht. Von H. Brody wird jetzt eine Gesamtausgabe geplant. 31 E. N. Adler hat in JQR. XI, S. 682 ff. ein — allerdings lückenhaftes — Namenverzeichnis gegeben. 32 Ob der ebenfalls noch unedierte Diwan von R. Josef b. Tanchum

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.