Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die geschlechtliche Stellung des Weibes in Gen 2 und 3
- Date
- 1935-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Die geschlechtliche Stellung des Weibes in Gen 2 und 31. Von Julius Boehmer. 1. Herkömmlich wird der göttliche Strafspruch, der laut Gen 36נ über das Weib ergeht, auf zwei oder drei von einander unabhängige Gebiete bezogen2: 1) auf die Beschwerden des weiblichen B e r u f s 1 e b e n s im allgemeinen, 2) auf die M ü h selig k e i t e n der Geschlechtlichkeit, zumal der Schwangerschaft und der schmerzvollen Geburt, 3) auf die untergeordnete, sklavenhafte S t e 11 u n g der Ehefrau gegenüber dem Ehemann, der sie sich zum Besitztum kaufte und sie ohne Umstände entlassen konnte. Dazu nimmt Knobel-Dillmann hinzu, daß die Strafe, die über den Mann als Haupt der Menschheit verhängt werde, auch dem Weibe gelte, wovon der Text nichts andeutet. Immerhin ist, was Dillmann meint, zum Teil mit 1) gegeben, zum Teil aber 217, 33 (das Sterben) angezeigt. Andere (so fast alle Neueren) lassen 1) fallen und nehmen die Anfangsworte von 316 als Hendiadyoin3, so daß dann nur zwei Gebiete in Betracht kommen. 1 Mancherlei Anregungen und; Winke zur Sache verdanke ich dem Herrn Herausgeber dieser Zeitschrift. 2 Vgl. August Knobel. Die Genesis. Leipzig, 1852, S. 43 f. Zweite Aufläge 1860 S. 48. Seit 1886 (dritte Auflage) bearbeitet von August DiliLmann. Sechste Auflage 1892 S. 78 f. — H. Holzinger in Martis Handkommentar 1898 S. 35; derselbe in Kautzsch-Bertholets Altem Testament 1922 S. 14. — H. Gunkel, Genesis 1910 S. 21; derselbe, Urgeschichte (in ״Schriften des Alten Testaments") 1921 S. 63 f. — Ed. König, Die Genesis 1919, S. 245 ff. — O.« Procksch, Genesis 1924 S. 36. —- Hans Schmidt, Die Erzählung von Paradies und Sündenfall, Tübingen 1931 (54 S.). — B. Jacob, Das erste Buch der Tora. Berlin (Schockenverlag), 1934. 3 Was König hiergegen einwendet, scheint unerheblich. Vor allem übersieht er, daß für das hebräische Weib das Gebären (je öfter, um so besser) selbstverständlich und erwünscht war, daß aber auch das nicht schwangere Weib den geschlechtlichen Beschwerden allmonatlich und sonst seinen Tribut zollt. Übrigens macht auch der Septuaginta-Text (־eck )akac.. . iv Xcka1<; deutlich, daß sie hier wie dort die gleichen Xütcgcl erkennt. Monatsschrift, 79. Jahrgang 19