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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 2 · p. Seite 194

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 2
Article
Zu Hermann Cohens Spinoza-Auffassung
Date
1935-01-01
Page
Seite 194 (sequence 14)
Language
German
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194 Ernst Simon nicht in den deutschen Idealismus eingehen. Ist deshalb auch Cohens Glaube ein falscher Glaube gewesen? In einer der merkwürdigsen Stellen des Mischne~Thora, ganz am Schlüsse des großen Werkes,, da Maimonides die -Staatslehre des jüdischen Messianismus gibt, kommt er auf den falschen Messias Bar Kochba zu sprechen. Es heißt da:;,Und es falle Dir nur nicht ein, daß der messianische König Zeichen und Wunder tun müsse oder den Grund der Dinge in der Welt erneuern müsse öder Tote belebe und dergleichen. Dem ist nicht so. Denn siehe, Rabbi Akiba war ein großer Weiser unter den Weisen der Mischna. Und er war der Bannerträger des Ben Kosiba (Bar Kochba), des Königs. Und er sagte über ihn, daß er der König Messias sei. Und es schien ihm und allen Weisen seiner Generation,, daß er der König Messias sei, bis er getötet wurde wegen seiner Sünden. Da er getötet wurde, ward ihnen bekannt, daß er es nicht sei. Aber die Weisen forderten von ihm weder Zeichen noch Wunder. Der Kern der Dinge ist aber der, daß diese Thora mit ihren Vorschriften und Gesetzen für alle Weltzeiten besteht; man fügt ihnen nichts hinzu, und man nimmt von ihnen nichts ab“38. Maimonides also führt einen Beweis über die Eigenschaften des echten Messias von denen eines falschen her. In Rabbi Akibas Selbsttäuschung lebte die Kraft des Glaubens, die uns die Wahrheit lehren kann. So steht es auch mit Hermann Cohen. Sein Messias war falsch, sein Messianismus war echt. Der Kampf, den er gegen Spinoza geführt hat, wird heute innerha 1 b des Zionismus geführt. Dessen jüdisches Schicksal hängt davon ab, daß er ihn besteht. 38 Maimonides, Mischne-Thora, Hilchoth Melachim, XI/ 3. Maimonides nennt Barr Kochba hier' 'ausdrücklich nicht mit diesem seinen Namen ״Sternensohn“, sondern ״Ben Kosiba“,, Sohn der Täuschung, wie ihn wohl seine Gegner hießen. (Andere erklären ״Ben Kosiba“ als Herkunftsbezeich״ nung.).

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