Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Stellung Achad Haams zu Maimonides
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 169 (sequence 2)
- Language
- German
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Die Stellung־ Achad Haams zu Maimonides 169 nen Beweises entsteht. Schon die philosophische Grundlegung von Maimonides verhilft ihm zu diesem Nachweis. Die klare Einsicht in den vergänglichen Charakter der individueilen Formen, die mit der Materie verbunden sind, führen M. zur Leugnung der individuellen Unsterblichkeit der Seele יבהפרד 1 הנוף ..- תכלה נם הנפש ... ונם החלק השכלי פכלל — unter Verzicht auf jegliche Inkonsequenz. Damit wäre M. zur Denkweise der Bibel zurückgekehrt, die nur der צורה לאומית, der Volksgestalt, aber nicht dem איש פרסי־, der einzelnen Person, UnVergänglichkeit zuerkennt. Aber mit der Übernahme einer arabischen Interpretation und mit ihrer originellen Abwandlung gelingt es M., das Problem des Individuellen und der Gemeinschaft zu verbinden, auch dem Individuum eine überpersönliche Bedeutung und die Unzerstörbarkeit der Form zu verleihen. Die Vemunftkraft, die in dem Menschen angelegt ist, besteht in ihm von der Geburt her als bloße Möglichkeit und Anlage (הכבה). Erst in der Besdhäftigung mit den Gedanken, die den Charakter der reinen Erkenntnis haben (מושכלות), wird er zur wirklichen tätigen Vernunft und gewinnt die Existenzform, der die Unvergänglichkeit zuzumessen ist. Mit dieser Entwicklung, der einzigen, die das Statische System des M. kennt, gelangt der Mensch erst zu der letzten ihm erreichbaren Aufgabe und zu seiner Vollendung. M. geht nun aber über die arabische Anregung hinaus, indem er die Erkenntnisse nach dem Maße ihrer Reinheit und Distanz zum Stofflichen gliedert und ebenso die Erkenntnisweise nach dem Maße ihrer Adäquatheit, so daß dann Gott der höchste Gegenstand des Erkennens und das ohne die Krücken der Tradition einhergehende Erkennen der adäquateste Erkenntnismodus ist. Mit diesem Ziel hat der Mensch in sich die größte Vollkommenheit erreicht, und da er in der sublunaren Welt der höchste Zweck ist, ist somit auch der höchste Zweck eben dieser sublunaren Welt angegeben. Soweit die philosophische Grundlegung, wie sie sich Achad Haam darstellt. Auf die verschiedenen Anschauungen, die an dieser Fassung beteiligt sind und in ihr zusammenfließen, geht er nicht ein. Es ist aber ersichtlich, daß neben der aristotelischen Entelechie und der platonischen Me- שנמיבה פרקים פרק א׳ 1