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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 2 · p. Seite 149

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 2
Article
Zur Quellenkritik des Mischneh Thora
Date
1935-01-01
Page
Seite 149 (sequence 2)
Language
German
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Zur Quellenkritik des Mischneh Thora 149 hat in seiner frühesten Jugend Spanien verlassen müssen. Was damals in seine neue Heimat hinübergerettet werden konnte, war nicht viel mehr als die damalige Gegenwartshalacha. Der spätere Verfasser des Schulchan Aruch verfügte nicht mehr über all die Grundwerke, aus denen Maimonides den Inhalt seines Religionskodex geschöpft hat. An vielen Stellen be~ gnügt sich Karo mit Belegen, die bloß Ähnliches enthalten. Vieles wird offen gelassen und manches gilt als persönliche Ansicht des Kodifikators. Der Aufschwung, den die Handschriftenforschung in neuester Zeit genommen hat, ist auch der Maimonidesforschung zugute gekommen. Vgl. u. a. meinen Aufsatz אוצרות גנוזים im Hazofeh VI. Jg. 273—288 und מדרשים שנאבדו in der hebräischen Beilage der Festschrift Simonsen 44—55. Hier soll auf zwei Veröffentlichungen neuesten Datums ver~ wiesen werden, auf das tannaitische Midraschwerk משנת רבי אליעזר und auf den מנורת המאור des Israel Alnakawa, beides verdienst״ volle Arbeiten des im vorigen Jahr heimgegangenen Forschers Rabb. H. G. Enelow aus New York. Die volle Bedeutung dieser zwei Werke soll an einer anderen Stelle erörtert werden. Hier soll bloß Einiges zur Quellenkritik des Mischneh Thora herangezogen werden. Das Tannaitenwerk משנת רבי אליעזר (= M. R. E.) war Maimo״ nides bekannt und wurde von ihm als Quelle benutzt. In seinem Buch der Gebote ספר המצות Gebot 5 (ed. Bloch S. 62) sagt er ופי משנתו של רבי אליעזר בנו של רבי יוסי קאלו מנין לעקר תפלה בתוך המצוות מהבא את ה׳ אלהיך־ תירא ואותו תעבד וכר. M. R. E. ist ihm hier die erste Quelle für עקר תפלה בתוך המצות. In M. R. E. Abschn. XII, S. 228, heißt es .מניין לעיקר תפלה בתוך המצוות, שר את יוי אלהיך תירא, הוא תהלתך ותפלה ותהלה אחת היא. Hinsichtlich der Variante vgl. Anm. z. St. Die Wichtigkeit dieses Zitates besteht darin, daß hiermit — zumindest für Maimonides — die Zusammengehörigkeit der 32 (33) Middot mit dem ganzen uns vorliegenden Agadawerk be~ zeugt ist. Zum zweiten ist damit bezeugt, daß Maimonides keinen Anstand nimmt, die M. R. E., die sich selbst als Agada״ werk ankündigt, für die Halacha in Anspruch zu nehmen. Auch Nachmanides in seiner Kritik zu Gebot 36 bedient sich der M. R. E. u. z. hatte er zwei Versionen vor sich; doch laufen

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