Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Kassel nach der Fremdherrschaft
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 607 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Kassel nach der Fremdherrschaft 607 Wetzlar aus Gudensberg hielt die Trauerrede1. Abermals trat; wie nach dem Tode Berlins, eine lange Sedisvakanz ein, wenn sie auch diesmal nicht 21, sondern nur 10 Jahre (!) dauerte. Am 17. Mai 1852 begann die Amtstätigkeit Dr. L. Adlers. Besprechungen Mayer Lambert: Traite de grammaire höbräique. Fascicule I. Paris, Ernest Leroux, 1931, III u. 224 S. 8°. . Mayer Lambert, Directeur d’etudes k l’ecole des häutes-etudes zu Paris, der früher bereits bedeutsame Aufsätze zur hebräischen Grammatik veröffentlicht hatte, hat schließlich eine vollständige hebräische Grammatik abgefaßt, doch wurde er durch mehrjährige Krankheit, die. zu seinem Tode führte, an ihrer Herausgabe gehindert. Nun haben sich Schüler und Freunde zus ammenge tan, um das!unterlassene Werk zum Druck zu bringen. Man erfährt'aus dem Vorwort des Verlegers nichts darüber, ob das Manuskript ihhaltlich völlig drückfertig vorlag, so daß etwa nur noch eine formelle Revision nötig war, oder ob die Herausgeber auch noch sachliche Arbeit zu leisten hatten. Da Zusätze von ihrer Hand nirgends markiert sind, darf man wohl annehmen, daß der Text völlig abgeschlossen vorlag. Das Werk soll nun in mehreren Lieferungen erscheinen. Die vorliegende erste Lieferung umfaßt in 640 kurzen Paragraphen die Einleitung (§ 1—10), die Schriftlehre (§ 11—64), die Lautlehre (§ 65—154) und den ersten Teil der Formenlehre, der das Nomen einschließlich Pronomen und Zahlwörter behandelt (§ 155—640). Die zweite Lieferung soll die Formenlehre zu Ende führen; die dritte soll außer der Satzlehre eine Reihe von Anhängen bringen, auf die vielfach schon in den Fußnoten verwiesen wird, z. B. eine Liste niassoretischer Ausdrücke, eine Behandlung der Fragen der hebräischen 1 Am ersten Sabbat nach seinem Heimgang blickte man, so erzählt Rothfels in seinem Nachruf, immer wieder nach dem jetzt leeren Platz hin. Bei den Stellen der Liturgie, die er selbst mit seiner wohllautenden Stimme vorzutragen pflegte, wurde die Rührung so allgemein, daß der Öffentliche Vortrag auf einige Augenblicke unterbrochen werden mußte, pie Novelle Salomo Mosenthals steht noch ganz unter dem Eindruck dieser tiefen und allgemeinen Trauer. Den Namen Henoch wählte der Dichter wohl weniger mit bezug auf den jüngeren Zeitgenossen und Kollegen R.s, den Fuldaer Rabbiner Samuel Enoch, als in Anspielung auf den Patriarchen, von welchem die Bibel sagt: ,,Und Henoch ging mit Gott um, da war er nicht mehr, denn Gott hatte ihn genommen.“ Höchstwahrscheinlich war R. vor seiner Bewerbung um die Rabbinerstelle nie in Kassel und ist nie dort Seminarist und Schüler Josaphats gewesen. Sein Verhältnis zu' Minette oder Minkel, Josaphats Tochter, ist völlig freie Erfindung des Dichters. Reinach ist Rinald.