Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 6 · p. Seite 599

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 6
Article
Kassel nach der Fremdherrschaft
Date
1934-01-01
Page
Seite 599 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2829132-2829999-2830006-2839241--53122-2839309
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Kassel nach der Fremdherrschaft 599 steheramte ist die Stimmung sehr geteilt. In der Gemeinde schwankt' man charakteristischer] Weise zwischen; Romann und Frensdorf,!den beiden jüngsten und den fast einzigen Bewerbern, die noch keine Stellung bekleidet haben, über die also schwerlich ungünstige Auskünftevorliegen können, die aber auch sich noch nicht im Amt bewährt haben* 1. Pinhas erstattet ein ausführliches Gutachten. Er nimmt darin Bezug auf seinen 1821 verfaßten und zehn Jahre später in Rießers2 Zeitschrift ,,Der Jude“ Bd. 1 Seite 75 ff. veröffentlichten Aufsatz ,,über den Ursprung, das Wesen etc. des Instituts der Rabbinen, mit Rücksicht auf den Züstand der Israeliten in Kurhessen“, in dem die Rabbinerwähl nach grundsätzlichen Erwägungen behandelt wird3. P. legt an die Dinge einen hohen Maßstab, einen zu hohen, meinen seine Kollegen4. Sämtliche 20 Bewerbungen, die bisher eingelaufen seien, seien.ungeeignet. Er setzt eine neue Ausschreibung durch, die aber kein wesentlich verändertes Bild ergibt. P. schlägt Rappaport, den Schöpfer der jüdischen Wissenschaft, dessen ,,sechs Biographien berühmter ]. Gelehrter“ 1828—31 erschienen waren, Männer wie Abraham Geiger und Michael Sachs vor, einen radikalen Neuerer unbedingt ablehne. ]Diese Bemerkung ist aber durchstrichen. 1 Gemeindemitglieder erscheinen als Beauftragte zahlreicher anderer bei den Gemeindeältesten, um zu erreichen, daß zwischen Bomann und ]Frensdorf eine engere Wahl stattfindet. (Vorst.-Amtsakteh A. 115, Bericht v. 8. 7. 1885.) 2 Mit Gabriel Bießer war P. befreundet. B. hatte die j. Verhältnisse in Kurhessen ständig verfolgt (״Der Jude I, Nr. 5, 1, 8, 16, 28 etc.) und sich 1836 dort niedergelassen, um in dem einzigen deutschen Lande, wo die J. gleichgestellt waren, das Bürgerrecht zu erwerben., In einem aus Bockenheim, das damals zu Hessen gehörte, datierten Brief an Brau Dr. Haller in Hamburg spricht er sich über Pinhas überaus lobend aus. (Ges. Sohr, ed. Isler I, 311.) Nach anderthalbjährigem Harren erhielt B. den, wie er der Hamburgerin mitteilt, vom Begenten , selbst ausgegangenen abschläglichen Bescheid (a. a. O. 310). . 3 Die Best, des Gesetzes v. 1883, dessen .Vater P. war, werden hier wissenschaftlich unterbaut und begründet. 4 Von dem Gesetz von 1823, das sicher von; P. stark beeinflußt war, sagt P.s geistvoller Freund Bothschild (Bothfels), es lege ״einen viel zu großartigen Maßstab an die Verhältnisse der meistens armen Gemeinden“.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.