Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Pfefferkorns Sendschreiben von 1510
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 583 (sequence 3)
- Language
- German
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Pfefferkorns Sendschreiben von 1510 583 so stürben sie doch in Abrahams glauben/' Hat Rhomanus bei dem Juden Hebräisch gelernt, so zeigt er den geringen Erfolg unnötigerweise, wenn er beim Nennen der 5 Bücher Mose (nach Pfefferkorns Brief) aus eigenem hinzufügt: Bresith/Hellesmoth/ Vage thra/Vagedaber/Eleaddaberi m''. Eine bisher nicht beachtete Abschrift des Pf eff erkornschen Sendschreibens findet sich in einem alten Sammelbande der Staatsbibliothek in Berlin (De 2420), der aus der Klosterbibliothek der Praemonstratenser in Weißenau stammt. Die jüngste Schrift dieses Sammelbandes ist eine Chronik, die bis zum Jahre 1529 fortgeführt ist. Die zwei Blätter des Briefes sind als Vorsatzpapier eingeheftet und mit der ersten unbeschriebenen Seite angeklebt. Der Text befindet sich auf den übrigen drei Seiten. Die zwei letzten Verse des Schlußgedichtes sind unten auf das Titelblatt des Pfefferkornschen Libellus de Judaica confessione (Nürnberg, 1508) geschrieben. Das zweite Blatt ist oben etwas beschädigt. Ein genauer Abdruck des Schreibens folge hier. Die wenigen wegen der Papierbeschädigung fehlenden Worte sind — so weit es möglich war — nach der Wolfenbüttler Handschrift ergänzt und in eckige Klammern eingesetzt. Der Einfachheit wegen bezeichne ich die Berliner Handschrift mit B, die Wolfenbüttler mit W und den Abdruck einiger Stellen in der Schrift ,,Das ist der hoch thuren Babel" mit T. Es stellt sich nunmehr heraus, daß der Schreiber von W eine wichtige Stelle versehentlich ausgelassen hat. Sein Auge irrte von einem Worte ,, Judischait" zu dem einige Reihen weiter stehenden gleichen Wort und hat so die dazwischenliegenden Zeilen, die zum Verständnis durchaus notwendig sind, übersehen. T druckt Bruchstücke dieser in W ausgelassenen Stelle ab und bestätigt damit deren Echtheit, die übrigens schon durch ihren Sinn unzweifelhaft ist. Allen vnd ieglichen geistlich oder weltlich in was stät / wierden oder [wesens] die [seindt] Si kundt vnd offenbar / daß nach dem [statt: daß nach dem —- als von wegen des] aller dürchlüchtig ist[en] grfosmechtigesten] fürsten vnd hern, hern maximilian [römischer] kaiser vnser aller gnaedigster 11er von siner k. m. wegen kürzlich ein löblich mandat betreffende die gemain Judischait alle buecher vnd geschrifften uss ieren sinagogen vnd Mbrieii zu siner hand oder die er dar zu bestimpt hatt zü hinderliggen /