Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 534 (sequence 2)
- Language
- German
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534 Besprechungen Paris, Librairie ancienne Honore Champion. LXXVI 212 ־+־. Preis 120 ]Fr.) I. Geschichtliches. Blondheims Werke vereinen jüdische Gelehrsamkeit mit romanistisch-philologischer Schulung in einer Verbindung, wie sie seit Arsene I)armesteter, dessen Werk er fortsetzt, nicht zu bewundern war. Die hebräisch-französischen (aramäisch-französischen) Übersetzungsglossen zu Bibel und Talmud, die Loazim, bilden einen Ruhmestitel des ältesten jüdisch-französischen Schrifttums, ihre Erforschung eine Ehrenpflicht in erster Reihe des französischen Judentums. Die romanische Philologie hat seit jeher die Bedeutung der Loazim für die Erkenntnis der altfranzösischen Sprache gewürdigt. Die ältesten Denkmäler der französischen Literatur stammen aus dem 10. und 11, Jahrhundert — kaum ein halbes Dutzend Gedichte, kein einziges Denkmal der eigentlichen Volkssprache. Da setzen nun die Loazim willkommen ein. Das jüdische Schrifttum in Frankreich beginnt im 10. Jahrhundert, kraftvoll schon mit Gersom ben Jehuda, der ,,Leuchte der VerbannungUnd schon von ihm besitzen wir ungefähr 130 Loazim (herausgegeben von Jules Brandin REJ. 1901, XLII 48—75, 237—252, XLIIi 72—100). Unmittelbar auf Gersom aus Metz folgt im 11. Jahrhundert Raschi, der wirkungsvollste mittelalterliche Lehrer nicht nur des französischen Judentums. Nach Arsene Darmesteters Zählung stammen von Raschi 3157 Loazim, 967 zur Bibel. 2190 zum Talmud. Doch das hier zu besprechende Werk verzeichnet bloß 1102 talmudische Glossen, allerdings mit zahlreichen Varianten. — Weitere Glossen bieten R. Josef Kara, Joseph Bechor Schor, Samuel b. Meir, Eliezer de Beaugency, 12. Jhdt., Isak Hallevi ben Jehuda פענח רוא Juda b. Eleazar, Moses aus England, 13. Jhdt. — Auch außerbiblische Texte gaben Anlaß zu Glossen, so die hebräische Übersetzung der Quaestiones Naturales von Adelard aus Bath durch Berechja b. Natronaj, sowie das Machzor Vitry (G. Schlesinger, Die altfranzösischen Wörter im Machzor Vitry, Mainz-Frankfurt a. M. 1899). All diese Loazim treten nicht als besondere Sammlungen auf, sondern sind in die behandelten Texte eingewoben. Doch Darmesteter und nach ihm Brandin (REJ. 1901, XLII 59, 60) haben 9 Sammlungen von Loazim nachgewiesen. Elkan Adler erwarb eine Zehnte, die Israel Levi REJ. 1905, L 197—210 herausgegeben und besprochen hat. Von den 10 bekannten Glossarien stammt das Wichtigste von Joseph b. Simson (13. Jhdt.). Es bietet fast 20 000 altfranzösische Worte zur Übersetzung der Bibel (herausgegeben von Mayer Lambert und Louis Brandin, Glossaire hebreu-fran9ais du XHIe siede, Paris 1905). Prof. Bacher hat diese Sammlung als bedeutsames Denkmal der nordfranzösischen Schrifterklärung gewürdigt, als reiche Bruchstücke einer altfranzösischen interlinearen Bibelübersetzung (JQR; 1905, XVII 800—807). . II. Anlage und Inhalt. Das Werk ist auf A. Darmesteters bedeutsame Vorarbeiten sowie auf Blondheims reiche eigene Forschung gebaut. Der erste Band seines Werkes gliedert sich folgendermaßen: 1. Quellen: