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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 4 · p. Seite 410

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 4
Article
Die Typen der prophetischen Visionen in der Bibel
Date
1934-01-01
Page
Seite 410 (sequence 12)
Language
German
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410 Die Typen der prophetischen Visiohen in der Bibel Fast mit denselben Worten wie l2Sb 2r2 wird die Ohnmacht bei der Manifestation Gottes und die Wiederaufrichtung des Schauen־־ den dargestellt: (V. 23b—24) ואפל על פני ותבוא בי רוח ותעמידני על רגלי וידבר אותי. Die Herrlichkeit Gottes ist nicht geschildert, es wird nur gesagt: (V. 23) ,,Und siehe, dort stand die Herrlichkeit Jhws so wie־ die Herrlichkeit, welche ich am Flusse Kebar geschaut hatte/‘ Der Prophet erhält den Befehl, in seinem Hause sich einzuschließen und nicht zu sprechen, nur auf besonderen Auftrag Jhws soll er reden. In der ausführlichen Schilderung der Berufungsvision bei Ezechiel ist charakteristisch das Fehlen des Dialoges, dem wir in den Berufungsvisionen bei Jes und Jer begegnen. Das Ge« schaute, Gehörte und Erlebte beschreibt er mit vielen Einzelheiten und Wiederholungen im Gegensatz zur Knappheit in der Darstellung bei Jes und Jer. Die zweite größere Vision Ezechiels umfaßt Kap. S, 9, 10 und 112213־111) •25־ un(l H1421־ sind selbständige Stücke ohne Zusammenhaxig mit dem Vorangehenden und Folgenden.) In dieser Vision lernen wir die Haupteigentümlichkeit der ezechielischen Visionen kennen. Bei den früheren war die Vision, z. B. ein Bild, das entweder eine klare Drohung enthielt oder gedeutet wurde. Hier gebraucht Ez das Schema einer Vision, um ein Gericht mit seiner Begründung in anschaulicher Weise zu schildern. Weil die Bewohner von Jerusalem den fremden Kulten zugetan waren, werden alle Gottlosen vernichtet, die Gottheit verläßt den entweihten Tempel, und die Frommen werden gerettet. Diesen Vorgang stellt Ez in bildlicher wirkungsvoller Art dar, und er umspinnt die ganze Erzählung mit einem geheimnisvollen Netz. Die Anfangsverse ■ßj-gbf und die Schlußverse ll24-25 bilden den äußeren Rahmen dieser Vision. Zuerst (8ג) kommt die Zeit- und Ortsangabe des visionären Erlebnisses. Darauf folgt die bei Ez übliehe Einleitungsformel: ,ותפול עליי■ שם־ יד־ אדיני־ יי ואראה והכד. Weiter heißt es in V. 3: ,,(Eine Feuergestalt) streckte das Gebilde einer Hand aus und ergriff mich bei einer Locke, meines Kopfes, und Geist hob mich zwischen Himmel und Erde und brachte mich nach Jerusalem in Gottesgesichten . . /' Dieses Ge tragen wer den von einer Geistesmacht ist das stilistische Mittel, durch welches' Ez seine Schilderung entwickelt. So gelingt es ihm, von Baby-

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