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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 4 · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 4
Article
Der persönliche Gott
Date
1934-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Der persönliche Gott.1 Von Lothar Lu base h. Von einer Fülle göttlicher Eigenschaften spricht die Heilige Schrift. Wir lesen von den Augen Gottes, von seiner erhobenen Hand, seinem ausgereckten Arm, von den Ohren des Ewigen, von seinen Füßen, deren Schemel die Erde bildet. Auch Ge־־ mütsbewegungen werden von Gott berichtet. Gott ist eifervoll, Gott ■freut sich, er empfindet Schmerz und Reue, Gott liebt und haßt, ja er lacht und spottet seiner Feinde. Aber bereits in der Bibel beginnt die Reflexion über diese Eigenschaften. Je mehr der Gottesbegriff sich ethisierte und vergeistigte, je mehr man empfand, wie sehr er die Sphäre des Weltlichen überragte, um so mehr verflüchtigte sich die konkrete Ausmalung der göttliehen Attribute. Als Mose den Ewigen bittet, er möge ihm seine Herrlichkeit offenbaren, zählt die Tora nur die Eigenschaften auf, die den prinzipiellen Unterschied zwischen Mensch und Gott ausdrücken. Bei aller Sublimierung wird aber streng an der Persönlichkeit Gottes festgehalten. Die jüdische Religionsphilosophie erhebt die Attributenlehre zu einem zentralen Problem ihrer Untersuchungen. Immer schärfer wird die Ablehnung jeder vermenschlichenden Eigenschaft des höchsten Wesens. Nie aber geht diese Kritik so weit, daß sie das lebendige Bezugsverhältnis zwischen Gott und den Menschen beeinträchtigen könnte. Die Grenze zwischen Transzendenz und Immanenz wird immer einzuhalten gesucht. J e hud a Haie vi betont das Moment des Gotteserlebnisses gegenüber jeder Intellektualisierung. Der Prophet, als der höchste Typ jüdischer Frömmigkeit und menschlicher Frömmigkeit über- 1 Die folgende Arbeit beabsichtigt nicht, eine neue, streng fachwissenschaftliche Lösung des bedeutenden Problems zu finden. Sie möchte vor allem dem denkenden Laien zeigen, in welcher Weise sich ein Gottes begriff, der dem religiösen Bedürfnis entspricht, aus der weitanschaulichen Bewegung der Gegenwart heraus begründen läßt, und sie möchte zugleich veranschaulichen, welche systematische und aktuelle Bedeutung der Attributenlehre der jüdischen Philosophen des Mittelalters zukommt. Monatsschrift, 78. Jahrgang 25

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