Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 370 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829999-2830003-2838887--52819-2838966- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
370 Besprechungen späterer Schreiber schrieb die Erzählung von Bostanai ab und anschließend daran auch die erwähnte Schrift samt Colophon. Von großem Interesse ist ein Gutachten des Gaons Nachschon nach Kaiman (S. 563 ff.). Darin wird den Anfragenden ein strenger Verweis deswegen erteilt, weil sie dieselbe Rechtsfrage sowohl der Akademie zu Sura als auch der zu Pumbedita zur Entscheidung vorgelegt haben, was zu Streitigkeiten führen müßte. Die Vorgänger der Anfragenden hätten niemals ein so ungebührendes Verhalten gezeigt. Im Wiederholungsfälle würden sie weder von Sura noch von Pumbedita eine Antwort erhalten. Der Gutachter bemerkt dazu: ,,Ihr richtet euere Anfragen an uns und an Pumbedita, und zwischen uns und ihnen ist eine Entfernung von 28 Parasangen (etwa 140 Kilometer) und wir wissen nicht, was sie schreiben, und sie wissen nicht, was wir schreiben“. Hier ist nur ein Teil der im Werke Manns gebotenen wichtigen historischen Nachrichten mitgeteilt worden. Der Historiker wird beim sorgfältigen Studium des Buches noch eine große Fülle anderer Nachrichten finden, die •für die Geschichte von großem Werte sind. H. Tykocinski. S. D. F. Goitein, Jemenica, Sprichwörter und Redensarten aus Zentral- Jemen mit zahlreichen Sach- und Worterläuterungen. 1934, Kommissions־ verlag von Otto Harrassowitz in Leipzig XXIII, 194 S. Die einst sehr zahlreich in Jemen vertretenen Juden sind in den letzten Jahrzehnten großenteils nach Palästina ausgewandert. Obwohl sie als waffenlose Schützlinge der Regierung (Dimmis) von den Kämpfen, die das Land in den letzten Jahrzehnten erschütterten, nur indirekt betroffen wurden, haben sie doch unter den dadurch herauf beschworenen Wirtschaftliehen Schwierigkeiten, die letztlich durch eine dreijährige Dürre noch gesteigert wurden, sehr gelitten; auch die den jüdischen Waisen drohende Zwangsbekehrung zum Islam, der unter Umständen noch Erwachsene verfallen können, treibt manche zur Landesflucht. Die in Palästina eiligewanderten Jemeniten leben hier weiter in geschlossenen Gemeinden zusammen und bewahren so ihre heimatliche Sprache, die im wesentlichen mit der der Städte San‘ä, ‘Amrän und Sibäm identisch ist, wenn man von der allen orientalischen Juden eigenen Jargonfärbung absieht. Da wir trotz der so erfolgreichen Forschungen des Grafen C. Landberg über südarabische Dialekte die von Zentral-Jemen noch so gut wie gar nicht kennen, war es sehr dankenswert, daß Goitein die in Jerusalem sich bietende Gelegenheit, diese Lücke in unserer Kenntnis des Arabischen auszufüllen, gründlich benutzt hat. Als erste Frucht dieser seiner Studien veröffentlichte er in der Zeitschr.. für Semit. VIII 162—1'81, IX, 19—43 ein Märchen mit Übersetzung und grammatischen Erläuterungen. Da die Besonderheit dieses Dialekts sich vorzüglich in seinem Wortschatz zeigt, war er in erster Linie bemüht, diesen zu erfassen, und legt uns nun als Vorläufer eines jemenischen Idiotikons eine 1432 Nummern umfassende Sammlung von Sprichwörtern und Redensarten mit vielfach sehr eingehenden arabischen