Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Eine jüdisch-persische "Toldoth Jeschu"-Handschrift
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 350 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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350 Guido Kisch j. p. Übersetzung z. B. eines Teiles von Shakespeare's ,,Comedy of Error" und an den in den מעשיות נפלאות aufbewahrten Schatz von Wundermärchen aller Art erinnert, nicht zuletzt auch an die Übersetzung der Golemgeschichte ins J. Persische, um zu verstehen, wie sehr auch die Erzählung von T. J. in ihrem spannenden Aufbau und in ihrer romanhaften Darstellung den persischen Juden angezogen haben muß und wie sehr eben T. J. in den Rahmen der populären Erzählungsliteratu r hineinpaßte. Jedenfalls bedeutet dieses Manuskript ein literarisches Denk־־ mal besonderer Art: durch dasselbe wird die Person des Stifters des Christentums erstmalig in die jüdisch-persische Literaturgeschichte eingeführt. Der erste In Deutschland promovierte Jude.1 Von Guido Kisch. In seinem 1714 erschienenen Buche ,,Jüdische Merckwürdigkeiten" berichtet noch Johann Jacob Schudt, ,,daß man die Juden nirgends zwar in Teutschland, sondern allein in Italien zu Doktoren, doch nicht in jure, sondern nur in der Medizin mache"2. Nicht ganz zehn Jahre später ist es schon anders gewesen. Die alma mater Viadrina zu Frankfurt an der Oder ist allen deutschen Universitäten vorangegangen, indem sie im Jahre 1721 zum ersten Mal einem Juden den Doktorhut verlieh3. 1 Meine demnächst erscheinende Arbeit ״D ie Prager Universität und die Juden“ wird die wissenschaftlichen Beziehungen der Juden zu den Universitäten seit dem Mittelalter bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts an dem Beispiel der ältesten Hochschule Mitteleuropas darzulegen versuchen und weiter Ausblicke auf die italienischen, holländischen und deutschen Universitäten zu dieser Präge bieten. Dort wird man zahlreiche Einzelheiten, Belege und Hinweise finden, auf deren Erwähnung oder Anführung im folgenden Aufsatz aus Gründen der Raumersparnis verzichtet werden mußte. Vgl. auch Guido Kisch, Universitäts־ geschichte und jüdische Pamilienforschung, Jüdische Pamilienforschung 10 (1934), Heft 35, 8. 566 ff., auch Sonderausgabe. 2 II. Teil, VI. Buch, 23. Kap., § 22, S. 403. 3 Die Universität Frankfurt an der Oder ist, 1506 gegründet, 1811 eingegangen und hat in der Breslauer Universität eine Fortsetzung gefunden. Das Schrifttum über sie ist verzeichnet bei Georg Kauf-