Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 343 (sequence 20)
- Language
- German
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Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde 343 Christen: Es heißt ja im Evangelium, wenn ihr Glauben habet wie ein Senfkorn, so könnt ihr Berge versetzen (Matth. XIV. 20, Luc. 17,6). Er fordert sie auf, sie sollen den Berg fortrücken. Niemand kann das Wunder vollziehen, nur ein Blinder, der sich die Augen ausgerissen hatte, um sich vor Versuchung zu schützen (Wesselski, Märchen des Mittelalters, 1925 Nr. 66, mit überaus eingehenden Anmerkungen S. 255—256). Eine arabische Legende, die auf Ka’b al־Ahbär, den vielgenannten Meister jüdischer Überlieferungen zurückgeführt wird, knüpft sogar dieses Wunder an Moses an. Moses soll vom Berge Wasser beschaffen. Nur Sündenfreie dürfen ihm folgen. Es schließt sich ihm Barakh an, der sein Auge ausgestochen hatte, um der Versuchung zu entgehen. Barakh betet mit Moses: Alsbald waren sie im Wasser (R. Basset, 1001 Contes III. 75). Trotzdem bleibt es wahrscheinlich: hier hat Spätaggada und islamitische Israilija eine Anleihe bei der kirchlichen Legende gemacht. Literatur: Die Legende von Mathja b. Charasch im Midrasch Abkir, im Jalqüt zu Gen. 49,22 § 161, ed. Buber S. 11 f., im Dekalog-Midrasch bei Jellinek, Bet ha-Midrasch I, 79 f., Tanchuma ed. Buber Bamidbar S. 66 a. — Gaster, Exempla 136, Bolte, zu Pauli ,s Schimpf und Emst No. 11, Bd. II, 258 f. Eine jüdisch-persische ״Toldoth Jeschu“-Handschrift. Von Walter Fis c hei. 1. Unter den Handschriften, die E. N. Adler aus Persien und Buchara nach Europa brachte, befand sich auch, wie aus seinem Katalog1 hervorging, ein in Buchara gefundenes hebräisches Fragment, das den Titel מעשה יש״ו trug. Dieses Fragmentstück, mit seinen bloß 40 Zeilen, behandelt die Geburts- und Frühgeschichte Jesu, ganz im Sinne des als ,,Toldoth Jeschu“ bekannten Schrifttums und wurde von S. Krauß in seinem grund- 1 Ginse Paras uMadai; The Persian Jews, their books and their ritual, London, 1899 p. 14. S. A. aus J QB1898 ׳. X. p. 594 unter B 43.