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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 3 · p. Seite 324

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 3
Article
Zur jüdischen Weltanschauungslehre [Rezension]
Date
1934-01-01
Page
Seite 324 (sequence 4)
Language
German
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324 M. Gaster und B. Heller Erscheinung geben. Julien Weills Art des Referierens birgt selber jüdische Weltanschauung in sich. Es ist die Weise eines elastischen Liberalismus, das Wort nicht in der Partei-, sondern in der Kulturbedeutung genommen, Wir meinen damit die persönliche Bereitschaft, die Mannigfaltigkeit aller jüdischen Dinge zunächst auf sich selbst ־wirken zu lassen; nicht so, daß man sie um ihrer Kuriosität willen bestaunt, sondern stets aus der warmen Empfindung heraus, daß es sich um die eigene Sache handelt. So kann wohlwollend von. den verschiedensten Richtungen und Gestaltungen Notiz genömmen werden, die alle bis auf diesen Tag die Lebendigkeit des Judentums beweisen. Und doch bleibt ein eigener Standpunkt, der nicht weitab von der uns deutschen Juden vertrauten historischen Schule liegt, im Hintergründe sichtbar. Es ist Objektivität, gepaart mit Respekt gegenüber allen, die sich um die gemeinsame jüdische Sache bemühen, an deren Zukunft Weill glaubt. Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde. Yon M. Gaster mit Ergänzungen von B. Heller. (Fortsetzung) 5. Das Weib und der Räuber. Die im Mittelalter so sehr beliebten Schwänke, die die Frauen und ihre Treulosigkeit zum Ziele ihres Spottes machten, sind in der jüdischen Literatur sehr selten. Die Heiligkeit des Familienlebens und die hohe Achtung, die von alter Zeit her schon der Frau entgegqngebracht wurde, die geradezu ideale Auffassung des Weibes, als derjenigen, die den festen Grund zum häuslichen Leben legt, deren Beruf in der Erziehung; der Kinder seinen schönsten Ausdruck findet und finden soll, dies Alles ließ Witzeleien und Spott über ein unsittliches Leben schwer aufkommen. Ich kann mich höchstens auf drei bis vier Beispiele ähnlichen Inhaltes besinnen und auch diese sind jüngeren Ursprunges; unzweifelhaft verdanken sie ihre Entstehung einem fremden Einflüsse. Eine Erzählung> deren Quelle ich gefunden zu haben glaube, will ich im Folgenden mitteilen, und zwar ist es die zwזeite

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