Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 312 (sequence 3)
- Language
- German
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312 Besprechungen über die hellenistischen Titel, wie z. B. 0 stui toüv 7tpcqy.aT(1>v, <ז£;י£־ךץ0ב<;, die auch in den Maccabäerbüchern Vorkommen, werden gerade dem recht nützlich sein, der ohne die überaus zersplitterten Quellen beherrschen zu können, sich in der Umwelt der Maccabäer orientieren möchte. B6venot hätte z. B. seine merkwürdige Erklärung zum Ausdruck: ,,Doryphoroi“ (Lanzenträger) in II Macc. 324 (,,wörtlich Spießgesellen“, was aber hier in feierlichem Sinne aufzufassen ist“) nicht gegeben, hätte er Corradis bezügliehe Bemerkung (S. 306) gekannt. E. Bickermann. Zeenali u-Rcenah, Erauenbibel. Übersetzung und Auslegung des Pentateuchs von Jacob ben Isaac aus Janow. Nach dem Jüdisch-Deutschen bearbeitet von Bertha Pappenheim. Herausgegeben vom jüdischen Frauenbund. Bereschith I. Buch Mosis, Frankfurt a. M., Kauffmann, 1930, XI + 245. (Preis geb. KM. 5.—.) Der Aufgabe, ein jüdisches Volksbuch aus dem Anfang des XVII. Jahrhunderts für die deutschlesende jüdische Frau des XX. Jahrhunderts umzugestalten, stellten sich sprachliche, ästhetische, sittliche Bedenken entgegen. Die sprachlichen Erwägungen mußten sich bei jedem Satz erneuern. Ein richtiges Gefühl hat die Bearbeiterin vor der Geschmacklosigkeit bewahrt, alles ,,verhochdeutschen“ zu wollen. Damit wäre der Schmelz des Werkes verwischt. Es wäre doch schade um ausdrucksvolle Bezeichnungen z. B. für Labans Schafe: gerautelt, gestuppelt, gefleckt und gepünkelt; um innige Satze wie z. B. ,,Gott soll dich leutseligen, mein Sohn“ (S. 208), oder um Kerniges, wie: ,,Deine Scheiter sollen gescholten sein, deine Segner sollen gesegnet sein.“ (S. 129.) Man kann eher bedauern, daß manches Kraftvolle unterdrückt ist, z. B. ,,Der koscher Groschen kommt schwer an.“ (Zu Seite 220 unten.) Das Ästhetische und das Sittliche war etwas Unabänderliches. Hier galt es nur zu entscheiden, ob Zeenah u-Reenah unseren Bedürfnissen und Anforderungen entspricht. Der jüdische Frauenbund hat sich für die Erneuerung entschlossen. Ich kann meine Bedenken nicht unterdrücken: Unseren Frauen könnte aus Talmud und Midrasch noch weit Wertvolleres geboten werden, unseren unerwachsenen Töchtern dürfen wir das Buch keineswegs in die Hand geben, wenn auch der gute Jacob ben Isaak aus Janow selbst sich schon manchen Euphemismus gestattet, z. B. wenn er die Frau schmücken läßt (wie eine Kalleh), s. 29, 30, wo es in der Quelle Genesis Rabba XXIII,2 heißt מקושטת כזונה. Aber freilich hat das Buch auch Vorzüge, welche den Beschluß des Frauenbundes erklären. Es ist ein wahres Volksbuch, reich, fast überreich, frisch, nicht weltfremd, welches seinen Quellen eben das Frisch ־Unmittel־ bare entnimmt. Eliezer will ,sich vom Geist und Gemüt Rebekkas noch beim Brunnen überzeugen, denn zuhause stellen es die Eltern derart an, daß das Mädchen klüger und besser erscheinen soll, als es in Wirklichkeit ist. Laban möchte die Ausstattung Rebekkas ersparen und wünscht, daß sie sofort zum Bräutigam ziehe, ehe man ihr Kleider und Schmucksachen