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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 2 · p. Seite 311

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 2
Article
[Rezension]
Date
1934-01-01
Page
Seite 311 (sequence 2)
Language
German
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Besprechungen 311 auf die recht unkritische und vorurteilsvolle antikatholische Polemik1 der XVI—XVIII Jhdt. (z. B. G. Wernsdorf) zurückgeht, sich selbst und den anderen das Verständnis der beiden Bücher verschlossen. Erst in diesem Jahrhundert begannen die Althistoriker, wie B. Niese und Ed. Meyer, den Wert dieser Schöpfungen der hellenistisch-jüdischen Geschichts- Schreibung zu erfassen. Hier ist aber beinahe alles noch zu tun. Freilich genügt dabei noch nicht die Ehrfurcht vor den Büchern, die selbstverständlieh die erste Voraussetzung jeglichen Verständnisses ist, sondern man muß in der Welt der Verfasser der Bücher, der des Hellenismus des 2. Jhdt. v. Chr. einigermaßen zu Hause sein. Wer, etwa Polybius nichts ganz gründlich kennt, und mit den Inschriften, seleukidischen Münzen und ägyptischen Papyri nicht genug vertraut ist, sondern wie B. seine Belehrung aus zweiter Hand schöpft, wird bei allem Fleiß und aller Hingabe nur eine Kompilation hersteilen können. Auf Einzelheiten einzugehen ist hier nicht der Ort. Jedenfalls stellt B. bequem die Ergebnisse der neuen Forschung, freilich nicht vollständig (für die Urkunden II Macc. II ist die grundlegende Abhandlung von R. Laqueur Hist. Z., Bd. 136, 1927, nicht verwertet), zusammen, ersetzt jedoch nicht den 75 Jahre alten, aber noch immer bewunderswürdigen unentbehrlichen Kommentar Grimms. 2. Momigliano will eine Geschichte der Tradition über die Makkabäer geben, vermag das aber nicht, weil die erste Grundlage dazu fehlt und von ihm auch nicht geschaffen ist: das Verstehen des historischen Geschichtsbiides der Autoren (vgl. meine Bemerkungen D. L. Z. 1928, 284). Statt dessen bemüht er sich, ausfindig zu machen, in wiefern der Vf. des II Macc. von seiner Vorlage, von der wir nichts Positives wissen, abwich, oder er klammert sich an die Frage, ob der Autor des I Macc. sadducäisch, oder wie er will, pharisäisch war, als ob dadurch die fehlende Interpretation zu ersetzen wäre. Aber so hat das Problem seinerseits Abr. Geiger (Urschrift und Uebersetzung 1857) gesehen, und der fleißige Vf., der die moderne Literatur ausgezeichnet kennt, sieht die antiken Bücher zu sehr in Beleuchtung der neuen. Aus den oben angegebenen Gründen sind aber die Maccabäerbücher erst dann verständlich, wenn man die Literatur darüber einigermaßen vergißt. Es ist z. B. wirklich merkwürdig, daß keiner einselien will, daß die Gesinnung des Autors Macc. I. weder pharisäisch, noch sadduzäisch, sondern — makkabäisch war. — Durchaus Recht muß ich übrigens M. geben, wenn er gegen eine, auch von mir seinerzeit geteilte Annahme (Pauly-Wissowa-Kroll Realenc. d. Altertamswissensch. XIV, 1781) daran festhält, daß I Macc. noch unter Hyrkanos I. (135—105) entstanden sein muß. 3. Erst im zu erwartenden Bd. II wird Corradi auf die Maccabäerzeit zu sprechen kommen. Seine gut fundierten, sachlichen Darlegungen über das Seleukidenreich, dessen Kriege, Verhältnis zu hellenischen Städten (wichtig als Vergleich und z. T. als Gegensatz zur Stellung Jerusalems!), 1 S. dagegen schon R. Bellarminus, de controversiis christianae iidei (1581) 1. I. c. 15.

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