Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zu den Dialekten des Talmudisch-Hebräischen
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 306 (sequence 2)
- Language
- German
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306 Berichtigungen u. dgl. sowie neue zahlreiche Geniza-Fragmente der Misna (Oxford und Cambridge), deren Lichtabzüge ich Herrn Prof. P. Kahle verdanke, gewähren können. Daß diese Texte auch wirklich die unverfälschte bab. Aussprachetradition darstellen, beweisen homiletische Wortspiele bezw. Aussprüche, die die betreffende Yokalisierung gerade voraussetzen lassen. Hierzu vergleiche man: אש (für א^י) S.־Ms. 12 a 0. — פן תקדש פן תוקד (תוקד .1) אש (Kid. 56 b); סמבוני באשישות בשתי אשרת (Cant. r. 214); המשכן (f. ל׳?^?ן) ebd. 93 b, משמר (f. ebd. 14a— entsprechend den anderen hier sehr zahlreich belegten maktal (= Tib. miktal)־Formen — מהר משכן שני פעמים...שנתמשכן מה המפרים כ~ד אף המסמרות כ״ד ומה המשמר ר ת (Ex. r. 513); שני פעמים על ידיהם כ״ד אף המסמרים כ״ד (Eccl. r. 1212); שכנגדו (f. ^f3?$) ebd. 232b u. 0. — רבי אלעזר דמי כתיב כנגדו וקרינן כניגדו (Jeb. 63a); נחתש (f. Fragm. Git. 1! (2 mal) — מנין לגזר דין של צבור שאינו נחתם אינו נחתם והכתיב נכת ם עוכך לפנר (R. has. 18 a); פדה ורבה (f. *לי?) S.-Ms. 105a 0. — פרים ורבים עליה UopeTov =) פוריא (Sab. 77b) u. a. m. Zu den einzelnen Feststellungen wäre sodann zu bemerken: A. ,,Übergang von kurzem a in geschlossener Silbe in (kurzes) öc4 bezeichnet G. als palästinische Eigentümlichkeit (S. 417, Anm. 1, 224). Das begegnet jedoch öfters auch im bab. Dialekte (im folgenden ist die betreffende mit u־Laut versehene Silbe unterstrichen, da die bab. Punktation aus drucktechnischen Gründen wegbleiben muß): ואונדרוגנום Zab 2!, רהבצלצול Kil. 13, גסטריות Maks 23, העובדן S.-Ms. 110a, 233a, קלמום Sab. 85, בקולמסו ebd. 16, בקורתם Seb. 46 — vgl. zum Letzterem קורדייקוס [xapow.yjj(;] b. Gi^. 67 b — u. a. Daß der Vokalisator hierbei dem einheimischen b a b. Dialekte und nicht etwa einem pal. Konsonantentexte bezw. der pal. Aussprache gefolgt ist, beweisen ,והבצלצול, גסטריות קלמום, deren mit u-Laut versehene Silben kein ו als Vokalbuchstabe aufzeigen, sowie gelegentliches Korrigieren bzw. Ignorieren der Vokalbuch־ staben, wie לגין <כ לוגין S.-Ms. 69 a b, 70 a, ebd. 69 b, 70 a u. a. B. ,,Übergang von j in י bzw. Gleitlaut, nach ä.“ (S. 417 f., 425 f. und Anmerkungen) mag wohl mit derselben Aussprache des י auch in sonstigen Fällen Zusammenhängen, die den bab. als auch den. pal. Juden eigen war. (Vgl. Jeb. 62 a אשר שברח יישר כחך ששברת u. s. w. u.) Dieser Lautwandel scheint übrigens gemeinaramäisch gewesen zu sein. Vgl. z. B. pal.-aram. יכפר איכפר %קדא — אי־רא, sowie syr. א י־ ת ב neben יתב (s. Dalman, Gramm, d. jüd.-pal. Aram. § 151? Köldeke, Syr. Gramm. § 38, 140, 175). Wie nun im Syrischen der betreffenden Aussprache gemäß beide Schreibweisen gleich berechtigt erscheinen, ebenso regelrecht stehen in den erwähnten bab. punktierten Texten nebeneinander Formen, wie הורייה S.-Ms. 40a (2 mal), 40 הוראה b, הזאייה Zab. 59, הזאה Keg. 144 u. a. (Vgl. hierzu meine Ausführungen o. Bd. 74, 264 f.) Der Überwiegende bzw. ausschließliche Gebrauch der einen oder der anderen Schreibweise in Drucken (bzw. jüngeren Hss.) kann somit nicht als Kriterium des Bab.־