Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der Kampf um die preußische Judenemanzipation im Jahre 1833
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 305 (sequence 18)
- Language
- German
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Der Kampf um die preußische Judenemanzipation im Jahre 1833 305 politische Denken gesiegt. Und dieses Ergebnis verrät den ideengeschichtlichen Hintergrund des geschilderten Vorgangs. Der Kampf um die preußische Judenemanzipation vollzieht sich auf der Ebene der grundlegenden Auseinandersetzung zwischen der romantisch-konservativen und der liberal-konstitutionellen Staatsanschauung. Zwar war Koch, der unerbittliche Rechtshistoriker, ein Parteigänger der legitimistischen Liberalen, zwar wollte er den Staat auf den Begriff des reinen und richtigen Rechts gründen, aber er war und blieb doch ein Schüler Savignys. Nur vor dem sittlichen Forum des Naturrechts ließen sich die Ansprüche der preußischen Juden, die auf völlige Gleichstellung abzielten, rechtfertigen; von der Macht des historisch Gewordenen, die auf Grund des Besitzes im Rechte wohnt, konnten sie nur Gnade, aber kein Recht erhoffen. Wenn nun Koch die Emanzipation der Juden nicht etwa als eine sittliche Forderung des Menschenrechts, sondern nur als eine Maßregel der Staatsklugheit durchgeführt wissen will, so beweist er deutlich den Einfluß der besitzrechtlich-historischen Lehre seines Meisters Savigny. In gleicher Weise war Streckfuß ein Anhänger der romantischen Staatslehre. Sein Entwurf zweier Klassen ist ein Ableger aus dem Bereiche des ständestaatlichpatrimonialen Systems, wie es namentlich Karl Ludwig von Haller aufgebaut hatte. Dagegen bildet die Naturrechtsschule der Aufklärung, die in dem Konstitutionalismus der deutschen liberalen Bewegung wiederaufstand, den geistigen Untergrund, auf dem die Gegner von Streckfuß streiten. Sie fordern gleiches Menschenrecht und kämpfen in dem Bewußtsein, daß mit der Sache der Juden zugleich das sittliche Schicksal der Nation auf dem Spiele steht. Zu den Dialekten des TalmudischsHebräischen. Von E. Por ath. Herr Ginsberg glaubt (S. 413 vor. Jg.), am Konsonantentext des Neuhebräischen, das — abgesehen von dem der Misna — in Palästina bzw. Babylonien seinen Ursprung hat, dialektische Unterschiede phonetischer Natur feststellen zu können. Diese an sich nicht leichte Aufgabe wird, wie Ginsberg 414, 1. 417,2. 424 sieht, noch durch den Umstand erschwert, daß die betreffenden bab. — und m. E. auch die pal. — Texte im Laufe der Zeit Korrekturen durchgemacht haben mögen. Einen sicheren Einblick in die Eigenheiten des bab.-hebr. Dialektes werden wohl bab. punktierte Texte, wie die Sifrä-Hs. des Vatikan Hebr. 66 Monatsschrift, 78. Jahrgang 20