Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Einige Schriften zu biblischen Problemen [Rezension]
- Date
- 1934-01-01
- Page
- 257 (sequence 1)
- Language
- German
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Einige Schriften zu biblischen Problemen. Von Max Wiener. Elias Auerbachs Werk ,,Wüste und gelobtes Land/' (Geschichte Israels von den Anfängen bis zum Tode Salomos; mit 18 Bildtafeln und 8 Abbildungen im Text, Kurt Wolff Verlag A.-G., Berlin 1932) ist die Leistung eines nicht Zünftigen, der gleichwohl ein Kenner ist, Kenner der biblischen Quellen wie des geschichtlichen Schauplatzes. Das kommt der Darstellung nach mehreren Richtungen hin zugute. Wir besitzen kaum eine zweite so lebendig, so spannend geschriebene Schilderung dieses unzählige Male von der Forschung durchgepflügten biblischen Lebens. Und wenn sich Auerbach auch durchaus in die kritisch-wissenschaftliche Tradition hineinstellt und beiläufig gar nicht hypothesenärmer ist als diese, so hat der Leser seines Buches doch das Gefühl, daß hier eine große klare Linie der Kombination den forschenden Blick leitet. Auerbach glaubt, den Ariadnefaden für das Labyrinth der biblischen Quellen und für ihre fruchtbare Auswertung in dem sich ihm klar abhebenden Werk des Priesters Ebjatar, des von David beförderten, von Salomo zu Gunsten des Zadok wieder gestürzten Vorstehers der Priesterschaft, gefunden zu haben. In diesem Ebjatar, Ur-Urenkel des Eli von Silo, der selbst wieder Urenkel Moses sein soll, laufen die verschiedenen Überlieferungsstränge zusammen. Es handelt sich im Wesentlichen um drei Komplexe: die großartige als Geschichtserzählung so klar und übersichtlich gefügte Darstellung von der Krönung des Saul an bis zum Beginn der Regierung Salomos (I Kön. 245), das heißt einen Zeitraum von 5—6 Jahrzehnten, während dessen Ebjatar als Augenzeuge alle wichtigen Ereignisse miterlebt hat; die dem Jahvisten zugeschriebenen Berichte über die Väter und über Moses; endlich die ab Richter 2X zu findenden alten Traditionen über die vorkönigliche Geschichte Israels. Betrachtet man diese letzteren wie die jahvistischen Vätererzählungen unter dem Gesichtspunkt, daß sie ihren Zusammenhang in ihrer Anknüpfung an altberühmte heilige Stätten finden, denen sich das priesterliche Interesse von Haus aus zugekehrt hat, so ist jedenfalls plausibel gemacht, wie Monatsschrift, 78. Jahrgang 17