Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Beziehungen des christlichen Mittelalters zum Judentum
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 457 (sequence 2)
- Language
- German
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Beziehungen des christlichen Mittelalters zum Judentum 457 Klapper, die von elementarsten Lese- und Abschreibefehlern wimmelt, nicht derart bewerten dürfen; überdies hat er irrtümlich die Berliner Copie des Cod. Latin. 16558 der Pariser National־ bibliothek zum Original gestempelt und den Pariser Kanzler und Kardinal Odo von Chäteauroux, den späteren Bischof von Tusculum, auf Grund eines Lese- oder Schreibfehlers mit Ouillaume de Court identifiziert. Der erwähnte Pariser Codex: ,,Extractiones de talmut“, dessen wissenschaftliche Auswertung anhand einer vollständigen Photographie von mir seit mehreren Jahren vorbereitet wird, ist ganz besonders oft kopiert und exzerpiert worden. Eine geistesgeschichtlich recht interessante Abschrift befindet sich heute im Britischen Museum und ist aus dem Nachlaß des Nicolaus Cusanus dorthin gelangt1. Die von Pflaum erwähnte ,,Pharetra fidei“ enthält nichts weiter als Auszüge aus den ,,Excerpta“, die selbst mit der be־ rühmten Disputation in Paris vom Jahre 1240 im engsten Zu־ sammenhang stehen2. Über Raschi äußern sich die ,,Excerpta“ übrigens in der praefatio mit folgenden Worten3: s,De glosis vero Salomonis Trecensis super vetus testamentum pene nichil transtuli, licet sint ibi mirabilia infinita. E t de talmut magnam contineant partem et quamvis taliter totum glosaverit vetus testamentum, quod nicliil penitas ibi relinqueret incorruptum: ita quod nee literalem nec spiritualem intelligentiam seu sensum delinquat, sed totum pervertat et convertat ad fabulas — Judei tarnen quicquid dixit auctoritatem reputant ac si de ore domini fuerit eis dictum. Hujus glose super talmut frequenter in sequentibus inveniuntur inserte. Sepultum est corpus eius honorifice Trecis — et anima in inferni novissimo.“ Und noch einmal berichtet dieselbe Handschrift an einer anderen Stelle4 über die besondere Wertschätzung, die man Raschis Kommentaren im 13. Jahrhundert entgegenbrachte: 1 Diesen Hinweis verdanke ich Herrn Privatdozent Dr. Raymond Klibansky in Heidelberg. 2 Nach meinen Notizen befinden sich in München außer den von Pflaum (a. a. O. S. 582 Anm. 1) genannten Abschriften noch folgende cod. lat. 307, 3580, 4143, 4789, 18363, 18365. 3 cod. lat. 16558, fol. 3d. 4 ibid. fol. 225a.