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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 6 · p. Seite 448

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 6
Article
Zwei jüdische Ärzte
Date
1933-01-01
Page
Seite 448 (sequence 2)
Language
German
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448 B. Rosenthal Schon 1666, also noch im ersten Jahrzehnte des Bestehens einer Judengemeinde in Mannheim, begehrte dort der jüdische Arzt Seligmann Gerodtwohl zunächst für ein Jahr Nieder*• lassungsrecht, um Medizin zu praktizieren. Wenn es ihm gefällt, will er dauernd hierbleiben und ein vorschriftsmäßiges Haus bauen1. Da der Stadtrat. den nachgesuchten Bauaufschub nicht bewilligen konnte, wurde die Bewerbung an den Kurfürsten weitergegeben2. Andere Nachrichten über das Gesuch fehlen, und auch sonst ist nicht mehr von Gerodtwohl die Rede. Demnach scheint sich sein Plan zerschlagen zu haben. Zweifellos ist er mit dem Judendoktor Selkele Gerodtwohl identisch, der bis 1704 in Mainz praktizierte3. Der erste Mannheimer Judenarzt4 war Dr. HayumJ acob. In einem Berichte vom Januar 1680 führte er aus: ,,Es ist bekannt 1 Nach Art. 1 der von Kurfürst Karl Ludwig den deutschen Juden in Mannheim 1660 erteilten Konzession mußte jeder, der sich in der Stadt niederlassen wollte, innerhalb Jahresfrist ein Haus bauen, dessen Größe und Bauart genau vorgeschrieben war. Die Juden ,,portugiesischer Nation“ waren hiervon befreit. (Löwenstern: Gesch. d. Juden in der Kurpfalz, S. 77 u. Rosenthal: Heimatgesch. d. bad. Juden, S. 103.) 2 Mannheimer Rats-Protokolle (MRP) 1666, S. 46. 3 Löwenstein a. a. 0., S. 86 u. Kober: Rheinische Judendoktoren d. 17. u. 18. Jahrh. (Festschrift, z.! 75jahr. Bestehen d. jüd. theol. Seminars (Breslau) II, S. 185.) : . 4 Über Judenärzte in Mannheim berichtete als erster LÖwenstem in seiner Geschichte d. Juden in der Kurpfalz. Seine Angaben enthalten einige Irrtümer, die — wie es oft geht — von allen übrigen!Forschern auf diesem Gebiete gutgläubig übernommen wurden. Neuerdings schrieb Dr. S. Felsenthal über ״Jüdische Ärzte in Alt-Mannheim“ in Sudhoffs Archiv für Gesch. d. Medizin (Bd. 23 [1930] Heft 2, S. 184 ff.). Auch diese Arbeit enthält die schon traditionell gewordenen Irrtümer Löwensteins und ist unvollständig. So fehlt z. B. der Mannheimer Judenarzt Dr. phil. et med. Elkan Isaak Wolf, dessen heute noch lesenswertes Schriftchen ,,Von den Krankheiten der Juden“ 1777 in Mannheim verfaßt und verlegt wurde, kurz bevor der Autor nach Metz übersiedelte. Auch ist Felsenthals Annahme, die medizinische Ausbildung Hayum Jacobs und seines Sohnes Abraham Heymann sei nur eine empirische gewesen, unzutreffend. Bezüglich des ersteren ergibt sich, der Nachweis seiner Wissenschaft, liehen Vorbildung aus seiner noch zu besprechenden Rechtfertigungsschrift־ Ferner erwähnt Hayums Sohn Elkan 1727/8 in Bittgesuchen an die Universität Heidelberg und den Kurfürsten Karl Philipp, daß sein Vater ,,vermöge noch vorhandenem Diplomatum“ von der berühmten Universität

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