Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Unbekannte Pijutim von Salomo ibn Gabirol
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 437 (sequence 1)
- Language
- German
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R. Edelmann: Unbekannte Pijutim von Salomo ibn Gabirol 437 Unbekannte Pijutim von Salomo ibn Gabirol. Von R. Edelmann. Bei der Durchsicht der Fragmente, die die Russische Öffentliche Bibliothek zu Leningrad Prof. P. Kahle, Bonn, Februar 1932 gesandt hatte,’ stellte ich fest, daß eins der Fragmente aus der Sammlung Antonin, Nr. 1107, eine Joser-Komposition für den Versöhnungstag enthält, die mit Ausnahme eines Gedichts, שנאנים שאננים, gänzlich unbekannt ist. Herr Prof. Kahle stellte mir das Fragment zur Bearbeitung zur Verfügung, wofür ich ihm auch hier bestens danken möchte. Das gut erhaltene Papiermanuskript besteht aus vier Blatt, 21x16,5-17 cm, mit 18 Zeilen auf jeder Seite. Die Schrift ist eine babylonische Halbkursive aus-dem 11.—12. Jahrhundert. Folxlap 3 b und 4 b enthalten vereinzelt babylonische Vokale. Der Schreiber hat den Text der Gedichte fortlaufend ohne den Strophenbau zu berücksichtigen geschrieben. Ich drucke hier den Text ab in der ursprünglichen strophischen Form, wie sie vom Dichter beabsichtigt war. Dann treten Aufbau und Akrosticha deutlich hervor. Der Schreiber des Manuskripts hat offensichtlich wenig Verständnis für den von ihm. abgeschriebenen Text gehabt, denn die Handschrift enthält eine Reihe von Fehlern, die nur so zu erklären sind. Abgesehen von häufigen Verwechslungen von Buchstaben wie ב und ד ,כ und ר und gelegentlich — was öfter sowohl in palästinensischen als auch in babylonischen Texten geschieht — sogar ח und ע und anderen Verwechslungen, werden ganze Halbverse ausgelassen, ganze Wortgruppen werden verstümmelt wiedergegeben. Dadurch wird das Verständnis der z. T. an sich schon schwer verständlichen Gedichte erheblich erschwert; vor allem ist das bei dem זולת der Fall. Das erste Gedicht des Manuskripts ist ein נשמת, von dem der Anfang fehlt. Die Strophen bringen je einen Buchstaben des Akrostichons ה בר יהודה גבירול חוק . . ., also offenbar einen Hinweis auf Salomo ibn Gabirol als Verfasser, und enthalten abwechselnd eine Anrede an die himmlischen Mächte und an die Juden. Da die erste Strophe im Manuskript eine Anrede an die himmlischen Mächte enthält, muß eine gerade Strophenzahl vorhergegangen sein, ich vermute 6 Strophen, nämlich entsprechend