Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 393 (sequence 2)
- Language
- German
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Besprechungen 393 Die Erklärungen und׳ Verbesserungen wurden an das Ende des Bandes verwiesen. Nicht verständlich ist mir, warum Y. die sogenannten Aufschritten (כתבות), die manchmal recht poetisch abgefaßt sind, in die Anmerkungen verweist und nicht im Texte abdruckt, etwa durch andere Typen unterschieden. Vgl. S. 16, 17, 26, 45, 76 ff. der Anmerkungen. Die Aufschriften zu Nr. 394,. 396, 393, 399 sind auch geschichtlich interessant, und da sie nicht im Texte stehen, büßen sie von ihrem Werte viel ein. Dabei gibt es doch (andere Art?) Aufschriften, die im Texte selbst stehen, z. B. zu Nr. 422; anderswo, wie z. B. zu Nr. 434, gibt es eine Nachschrift, die einfach dem Gedichte folgen sollte. Nicht selten berichtigt Y. seine eigene Lesart erst in den Anmerkungen (z. B. Nr. 48 Z. 10, wo רצף in כצוף berichtigt wird; Nr. 91 Z. 5 בעבדו in בעבדגו berichtigt). (Ich zähle die Zeilen jedes Gedichts separat, nicht wie Y.. nach Beiten zusammengefaßt.) Es scheint, daß Y. erst nach Fertigwerden des Textdruckes auf bessere Lesarten gekctamen ist und nun notgedrungen den.erkannten Fehler stehen lassen mußte. Eine Biographie des so stark besungenen Isaak ben Zadok habe, ich bei Y. nicht gefunden. Auch dessen Vater Salomo hätte eine Würdigung verdient. In Nr. 7 Z. 2 hätte das Wort רהו (hapax legomenon Jes 448) erklärt werden müssen. Die Phrase in Nr. 10 Z. 7 ,,die Sonne hätte gewünscht, ihm als Schuh zu dienen“ wird von Y. etwas abwegig auf Grund von arabischen Vorstellungen erklärt; die Sonne hätte gewünscht, von ihm getreten zu werden, ist an und für sich verständlich; vgl. in Nr. 91 Z. 6 ,,unser Herz diente ihren Füßen als Schemel“; im אלהי בצור des Siddur sagen wir täglich: ,,meine Seele möge Allen zum Staube sein“, und im Rabbinischen’ oft: ,,ich möchte doch die Unterschwelle sein unter seinen Füßen“. ln Nr. 17 Z. 5 steht לו כוכבי אור ימאסה נמאסו;, das ist eine unmögliehe Lesung. Die photographische Ausgabe Gasters läßt zu, ימאסו zu lesen (in spagnolischer Schrift ist Vav von He kaum zu unterscheiden), und daswird richtig sein.: dasselbe Wfort (aber Vav zum Folgenden zu lesen) hart neben dem andern: ״Würde er die Lichtsterne verachten, so wären sie verachtet“ . . . Allerdings ist das Metrum dagegen, und auch die nächste Zeile hat das Prädikat ohne Vav, aber eine Unform wie ימאסת ist doch nicht zu dulden. Nr. 31 Z. 10 der Speichel des Geliebten. Y. bringt Parallelen bei aus der arabischen Poesie, aus Juda ha-Levi und Moses ibn Ezra; auch von unserem Dichter selbst in Nr. 68 Z. 1. Bei unserem Dichter ist näher Nr. 39 Z. 6; übrigens noch mehrmals. Nr. 33 Z. 1 עזי נפשי nfcK ״;זעחי ויוועוemeth“ mitten drin ist mir unverständlich. Es liegt doch nahe, nach Jes 64, zu lesen! Das Ms läßt, glaube ich, diese Lesung zu! Das Metrum wäre zur Not auch so gut. Sinn: ,,Ich erbebte, und es erbebten die Pfeiler meiner Seelenstärke: am Tage der Trennung“ . י .