Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 392 (sequence 3)
- Language
- German
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392 Besprechungen Von M. A. Halevy in seinem Jahrbuch Sinai, Bucarest 1933, S. III—XVI. Halbvy hat, in seinem Molse dans l’histoire et dans la legende, unveroffentlichte Originaltexte,zur Moses-Aggada. verheißen. In den seither verflossenen ל Jahren hat er zu diesem Zweck seltene Drucke, Handschriften; Geniza-Stücke gesammelt, doch die wirtschaftliche Ungunst der Zeiten hinderte ihn an der Herausgabe. ׳ Nun entschließt er sich, seine Sammlung stückweise vorzulegen. Erbeginnt mit Abschnitten aus einem מדרש מוגן התורה oder סדר מתן התורה, dessen Handschrift aus der Sammlung Almanzi ins British Museum (Add. 27089) gelangt ist und zu dem er Entsprechendes auch in Pariser Handschriften gefunden hat. Dieser Midrasch ist, nach Halövys wahrscheinlicher Voraussetzung, für das Wochenfest bestimmt, für welches ja z. B. die Pessikta-Rabbati 5 Predigten bietet׳. Er verherrlicht Moses mit seinen zwei Gründtugenden, der Gottesfurcht und der Demut, er stellt: Moses in lebhaft dramatisiertem Wettstreit Adam, Noe, Abraham, Isak, Jakob (in einer Pariser Handschrift auch Joseph) entgegen: Moses steht höher als die Größten, höher, als alle Schöpfungen. — Textberichtigungen: III, 3 st. שלה .1 שלו, VI, 4 st. העברה .1 העבודה; X, infra ל st. עקדך 1• עקודך; XII ultima st. המהללות L המהללת; XIVb, 15 st. ממני .1 ממנה. Halevy vermutet, sein מדרש מתן התורה sei im späten Mittelalter in Südeuropa entstanden. Es ist mir nicht leicht erklärlich, daß er trotzdem (gegen meine Bedenken, mit denen er sich auseinandersetzt) seine Auffass urig aufrechterhält, die Moses-Aggada befolge essenische Sektentendenz: Sowie die Pharisäer einen Messias ben David erwarten, wie die Sadduzäer Aron als Uri deal verehren, ebenso hätten die Essener Moses fast vergöttert, jedenfalls über alle anderen Gestalten urid Geschöpfe erhoben. Diese Vermutung überzeugt kaum : Die Hochstellung Mosis läßt sich aus Pharisäismus und Rabbinismus zumindest ebensogut erklären. Doch die gediegene Herausgabe und Untersuchung der Bruchstücke verpflichtet zu Dank und erregt den Wunsch, Halevy möge das verdienstlich Begonnene glücklich zu Ende führen. Bernhard Heller. נן המשלים והחידות (vom englischen Titelblatt fortgesetzt): Diwan of Don Tadros son of Yehuda Abu-1- ’Afiah . . . by David Yellin, Volume I,. Jerusalem 1932. XVIII und 194 S. Text, 1—142 Sv Kommentar und Anmerkungen, groß 8 ö. Preis 3,50 pal. Pfund. Diesen Diwan hatte. Gaster 1926 nach einer Abschrift herausgegeben; die Geschichte der Entdeckung des Manuskriptes erzählte ich im Haolam Nr. 28 Tischri. 5686. Y. gelang es, 5 weitere MSS aufzutreiben, darunter eines im Besitze Salman Schocke ns, eines, dessen wunderbare Rettung Y. in einem besondern Aufsatze erzählt (Moznajim Nr. 11 vom J. 5691), usw.. Kein besserer als Y e 11 i n hätte die schwierige Arbeit der Herausgäbe dieses Diwans machen können. Eingelesen in der hebräischen Poesie sowohl wie in der arabischen, zugleich das Hebräische meisterhaft beherrschend, war Y. wie prädestiniert, uns dieses Werk zu schenken. Die Leistung ist eine vorzügliche, trotzdem aber bleiben viele Dunkelheiten übrig.