Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Abn oder Ibn in hebräischen Namen [Nachricht]
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 386 (sequence 1)
- Language
- German
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386 D. Herzog Abu oder ihn in hebräischen Namen. Von D. Herzo g. M. Gaster, der um unsere Wissenschaft hochverdiente Gelehrte, meint oben S, 210 f., man sollte Abnesra usw. und nicht Ibnesra lesen, weil man ja in Spanien qj! wohl nicht ״ihn“, sondern ,,abn (awn)״ ausgesprochen haben dürfte. Zur Stütze seiner Ansicht bringt Gaster also ausgesprochene Namen von Spaniolen seiner Gemeinde bei. Soweit sich nun diese Aussprache des Wortes ״ibn“ auf Spanien beschränkt, hat Gaster vollkommen recht. Denn tatsächlich wurde dieses Kesra der Vorschlagssilbe, dieser Nebensilbenvokal, im Spanisch-Arabischen meist als Fetha gesprochen1. — Trotzdem möchte ich im allgemeinen die Beibehaltung der von Steinschneider mit Bedacht vorgeschlagenen Lesung ,,ibn“ befürworten, weil man sich bei Wörtern, die in den verschiedenen Dialekten verschieden ausgesprochen werden2 3, in wissenschaftlichen Darlegungen auf die Form der Schriftsprache einigen sollte. In der Schriftsprache aber lautet das Wort ,,ibn<<3 1 Brockelmann, Grundriß d. vergl. Grammatik usw., Berlin 1908,1210, § 82 ce. Überdies weist Herr Geh. Rat G. Brockelmann, dem mein Aufsatz Vorgelegen hat, in einer Zuschrift an die Schriftleitung darauf hin, daß in Spanien neben der vulgären Form ,,abn“ auch die der Schriftsprache ,,ibn“ vorkam, wie Petrus de Alcala, de lingua arab., ed. Lagarde, 274, 21 (Grundriß usw. I 211, 4) bezeugt. 2 Daß dieser Nebensilbenvokal in den verschiedenen Gegenden verschieden artig ausgesprochen wird', ersehen wir daraus, daß er bald, wie z. B. im ägyptischen Arabisch — so habe ich ihn öfter von Ägyptern aussprechen hören — fast die Klangfarbe eines ,,y“, ähnlich wie beim ,,Ain“, hat, vgl. über die Klangfarbe des ״i“ beim letzteren Gaspari, Arabische Grammatik®, Halle a. S. 1887, S. 6, bald wieder wie ״e“, wie z. B. in den griechischarabischen Diplomen von Sizilien, vgl. I Diplom! Greci ed Arabi di Sicilia, pubblicati nel Testo originale tradotti ed illustrati da Salvatore Cusa, Palermo 1868, 1 1, S. 137, Kol. rechts smv und Grünert, Die Imäla usw. (in: Sitzungsberichte d. Wiener k. k. Akad. d. Wissenschaften), Wien 1875, B. 81, S. 453. 3 Das reine ,,i“ des ,,bin“, das unter der Wirkung des Druckes verlorengegangen ist (vgl. Brockelmann a. a. O. S. 82, § 43 a 115 § ,332 ,ץ b ך), so daß nur die Konsonantenverbindung ,,bn“ übriggeblieben ist, ist dann nach Konsonanten und im freien x\nlaut durch den Sproßvokal ,,i“ wieder aussprechbar gemacht worden.