Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Samaritanisches
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 301 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/2829132-2829991-2829996-2838411--52121-2838490- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Basra 1× ep/1044138
OCR text
Samaritanisches 301 אלאסאטי־ר. Pitron fühlte also aus dem Titel das arabische Wort heraus. Es ist dies ein Wort, das im Koran neunmal wiederkehrt, allemal mit der Beifügung Asätlr aTauwalin. Für das Wort gibt es zwei etymologische Ableitungen: erstens aus cavoptat ״Geschichten", — eineErklärung, der Fleischer, Nöldeke, Schwally zuneigen (Nöldeke - Schwally, Geschichte des Quorans, Leipzig 1909, 16 f.); zweitens (vgl. besonders Joseph Horovitz, Koranische Untersuchungen, Berlin, Leipzig 1926, 69 f.) aus der semitischen Wurzel, deren Kreis auch das biblische שטר ,,Beamter", das neuhebräisch aramäische שטר, שטרא (Schriftstück) angehört, ferner auch arabisch ״Linien zeichnen׳', wozu späthebräisches ״ שך־טטLiniieren", mit dem Hauptwort שרטוט , שירטוט (S. Levy, Neuhebr. Wörterbuch IV, 610; siehe auch Ahrens ZDMG 1930, 47, Anm.). Asätir bedeutet demnach ״Aufzeichnungen". Gaster selbst muß zugeben, daß sein Asatir mehrere arabische Worte bietet, besonders für geographische Bezeichnungen. Er nennt באב אלאבואב (Asätir IV 27, 29, S. 17 f.). Dazu kommt noch .אלבצרד (II 24, S. 8) Basra; חרסאן אלסואדא das schwarze Chorasan und אלנזירה Aldschazira (IV 30, S. 18); בלד אלימן (IV 13, S. 23) die Gegend Yemens; אלריף (VI12, S. 29) Rif..מכד (VIII3, S. 34) Mekka. Als arabische Appellativa gibt Gaster zu ספד נגמרת (III 9, S. 11) Buch der Sterne, (ähnlich IV 15, 19 S. 16), ferner פיבגאל (III 26, S. 13) Kuppelbau. Doch auch hier bleibt einiges hinzuzufügen: das schon erwähnte בלד (IV 13, S. 23) Gegend, Stadt, Staat; ferner קום (X 12, S. 42) Volk. Gasters Vermutung (S. 150—153), es handle sich allemal um nachträgliche arabische Glossen, wird dadurch widerlegt, daß die samaritanischen Worte, deren Glossen wir hier hätten, selbst fehlen. Im Koran hat allerdings Asätir alle neunmal eine verächtliche Nebenbedeutung. Muhammed legt das Wort in den Mund seiner Gegner, die seine Verkündigungen als Altweibergeschichten?pacbdeic J2690UZ ablehnen. Gemeinsam aber ist die Bedeutung ״Erzählung", ״Aufzeichnung", wenn es sich auch bei den Gegnern Muhammeds um längst abgeleierte Fabeln, bei den Samaritanern jedoch um hochverehrte Aufzeichnungen handelt, die auf Moses zurückgeführt werden.