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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 4 · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 4
Article
Neue Spuk- und Zauberliteratur [Rezension]
Date
1933-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Neue Spuk- und Zauberliteratur. Von Max Grün wa Id. (Schluß) Über ein anderes, aber zum Teil in denselben Rahmen fallendes Kapitel des Volksglaubens verbreitet gleichfalls neues Licht derselbe Verfasser in seiner Studie ״Salomo und die Karina“, mit einem Beitrage von E. Littmann, Stuttgart 1931, W. Kohlhammer. Karina ist die arabische Bezeichnung für eine speziell der schwangere# Mutter und kleinen Kindern gefährliche Dämonin. Die muh am me dänische Legende erzählt von der Überwindung dieser Unholdin durch Salomo. Sie findet sich in mancherlei Abwandlung mit — Nennung verschiedener heiliger Helden an Stelle Salomos und —Ersatz der Karina durch andere Dämoninnen, unter ihnen Frau Holle1, auch bei den Berbern, Abessiniern, Avaren, Neugriechen, Juden, Türken, Südslaven, Rumänen, Armeniern, Russen, Masai und Deutschen. Von den Manichäern übernahmen, nach Gast er2, die Juden die Namen der drei Engel Snwj, Sns.nwj, Smnglp3, die, nach dem Alphabetum Siracidis, der hier der Karina entsprechenden Lilit entgegen treten. Nach Winkler kam die Legende aus dem griechischen Kulturkreis zu den Juden, die Jesus, als ÜberWinder der kindermordenden Dämonin, durch Salomo ersetzten (180). Das Urbild der Lilit will Winkler in der von Marduk4 besiegten babylonischen Labartu gefunden haben (173), die er hinter ,,Anabardu“ und ähnlichen Namen in griechischen, koptischen und abessinischen Texten vermutet. Auch das ,,böse Auge“ spielt die Rolle der Lilit (185). Schon im Testament Salomos5 erscheint unter den von — dem berittenen — Salomo unterworfenen Geistern eine Kindbettdämonin Obyzuth. Bei den Juden wurde nach Wv, diese Legende vergessen. Die Christen übernahmen sie und knüpften sie an den Namen des Heiligen Sisinnios, der in der Unholdin seine Schwester 1Vgl. W. Kar. S.-81: Der Höllbrunnen. 2 Vgl. W. Kar. 123. 3 Diese Namen erkläre ich AR a. a. O. als: Synegor (Anwalt), Sisinios (d. i. Saoschyant, der Messias der Perser), Svmmigny — Gelov (== Be־:, kämpfer der Gelov, des griechischen Dämons, s. unten). 4 Als Antichrist: Bousset-Gressmann 517. 5 Salomo als Schutzheiliger: Seligmann 325—357; vgl. Boussetr Gressmann 495; Salomo bereitete das Elektron: v. Lippmann, Entstehung der Alchemie S. 91. Er besaß den Stein der Weisen: a. a.. O. 511, im Mam däismus der ״Dämonenfreund“: Bischoff, Gnosis 37, in der deutschen Dichtung: Schles. 1919, S. 35. Salomo als Zauberer a. a. O. 670, auch auf. einem in Ostia gefundenen Amulett: Ebert, Reallexikon d. Vorgeschichte,518, Monatsschrift, 77. Jahrgang 16

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