Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 240 (sequence 3)
- Language
- German
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240 Bücherschau Der Kaufmann von Venedig darf im ■ Juden buch •natürlich nicht fehlen. Man kann da in Antithesen schwärmen. K. betont die Unmöglichkeit des Shylock als Juden, verschweigt aber, um nicht um seine Antithesen zu kommen, daß in der italienischen Urform ein Christ die Rolle spielt und nur die bühnensichere Hand den bühnenwirksamen Juden an seine Stelle setzte. Das jüdische Erbe K.s ist der Dreh, der Witz, der Esprit, die Ironie, das Paradox (60). Das ist ihm, wir wollen es ihm zugestehen, vorn Judentum geblieben. I. Löw. S. B. Llljegreii: Harrington and the Jews. Gleerups Förlag, Lund 1932. 28 S. (Aus: Bulletin de la Societe Royale des Lettres de Lund IV, 1931/32.) Nach Bacons Atlantis (1625) erschien 1656 die Oceana James Harringtons (1611—77). Um die Juden Englands, deren Ausbreitung die puritanische Toleranz der Cromwellzeit gefördert hatte, von einem Handels־ volle wieder zu dem ackerbautreibenden Volk der Bibel zu machen, schlug er vor, sie insgesamt in Irland anzusiedeln. Davon ausgehend zeigt L. die freundliche Stellung H.s zum Judentum, die ja dem englischen Puritanismus besonders eigen war. Die geringen talmudischen Kenntnisse H.s geten größtenteils auf Buxtorf und Hottinger zurück. Luitpold Wallach.* Bekanntmachungen. Der Verlag S. Schapira, Lemberg: Zolkiewska 25, beabsichtigt, unter dem Titel תולדות הרבנים eine Uebersicht über sämtliche Rabbiner aller Länder herauszugehen und bittet alle diejenigen, die in diese Uebersicht aufgenommen zu werden wünschen, um folgende Angaben: 1. Namen und Familie, 2. Geburtsort und Jahr, 3. Studiengang, 4. Autorisation, 5. Zeitpunkt der Anstellung im jetzigen Wohnort, 6. Frühere Stellung, 7. Veröffentlichungen, 8. Genaue Anschrift. Die Bibliothek des heimgegangenen Rabbiners Professor David Simonsen ist in den Besitz der Königl. Bibliothek Kopenhagen übergegangen. Die Bücher können von jedermann zur Benutzung in einer öffentliehen Bibliothek entliehen werden; auch die Bibliotheken der jüdischen Gemeinden und der Rabbinerbildungsanst alten gelten in diesem Sinne als öffentlich. Die Sammlung umfaßt etwa 8000 Bände Hebraica und ebensoviel Judaica. Dazu kommen noch etwa 4000 Bände aus dem Gebiet der jüdischen Wissenschaft, welche die Königl. Bibliothek bereits besaß. Besonders stark ist die Gutachten ־Literatur und das Schrifttum über Reform und Aufklärung, auch im Osten, vertreten. Sie umfaßt jedoch sämtliche Gebiete der jüdischen Wissenschaft. Sie enthält mehrere 100 Handschriften, 11 Inkunabeln und zahlreiche andere bibliographische Seltenheiten. Solche nicht ausleihbare Stücke können gegen ein geringes Entgelt photographiert werden. Anfragen sind an die Königl. Bibliothek, Kopenhagen, zu richten. Unberechtigter Nachdruck aus dem Inhalt dieser Zeitschrift ist untersagt. Für die Schriftleitung verantwortlichProf. Dr. I. H e i n e m a n n in Breslau. Druck von T h. S ch a t z k y Breslau 5.