Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 236 (sequence 3)
- Language
- German
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236 Besprechungen Persönlichkeit Card os os vgl. Scholem in der Buher-Festnummer des ,,Juden“) wahrscheinlich Nr. 114 und 118 und endlich ein Soharfragment (Nr. 9) mit Abweichungen von den gedruckten Texten, z. B.׳ auch Stücken, die sonst Im ,,Sohar chadaseh“ aufgenommen sind. Vielseitig orientierende Register stehen am Schlüsse des Bandes. Die für die Bibliographie der Kabbala sehr bedeutsame Publikation verdient auf das wärmste begrüßt zu werden. Ernst Müller. Biographical Sketches and Selected Verses, by the Rev. Rabbi Samuel Marcus Gollanz. Translated and Edited from the original German by his son Prof. Sir Hermann Gollanz. D. Lit. London, Oxford University Press. 1930. XVII + 219 S. Der vor Jahresfrist verstorbene bekannte Londoner Rabbiner bietet in diesem seinen letzten literarischen Werke eineÜbersetzung einer deutschen Autobiographie seines Vaters nebst einigen Gedichten und Briefen. Die Biographie des Verfassers, der in Witkow (Posen) geboren, und als Kantor in London (1900) gestorben ist, enthält interessantes Material zur jüdischen Kulturgeschichte seiner Heimat und seines englischen Wirkungskreises. Das Leben der Juden in seiner engeren Heimat, in den posenschen Landgemeinden, in verschiedenen deutschen Städten und schließlich in seinem Londoner Wirkungskreise wird beobachtet und beschrieben. Wenn es sich auch im Ganzen um ziemlich kleinliche und alltägliche Dinge handelt, so muß man bedenken, daß der Herausgeber in erster Reihe die Erfüllung einer Pflicht der Pietät vor Augen hatte und nur nebenbei kleine Bausteine zur Geschichte der Juden im 19. Jahrhundert liefern wollte. Heute, wo die Aufzeichnungen von ,,kleinen Leuten“, in einer demokratischen Geschichtsauffassung als willkommen beachtet werden, wird man dem Herausgeber, der bestrebt war, seine Daten zu belegen, für seine Leistung die Auerkennung nicht versagen. Es ist nur zu bedauern, daß wir ihm diese nicht bei Lebzeiten zollen konnten. A. Marmorstein. Dr. jür. Martin Frankenburger, Rechtsstellung und Neugestaltung der bayerischen Rabbinatsbezirke. Verlag B. Heller, München 1982. In Bayern hat sich trotz der Trennung von Kirche und Staat die bisherige staatliche Organisation der Rabbinatsbezirke erhalten. Sie hat in dem neubegründeten Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden sogar eine Kräftigung erfahren. Aber der Rückgang der jüdischen Bevölkerung auf dem Lande, die infolgedessen zutage tretende Zusammenschrumpfung der Landgemeinden, die Verminderung der Steuerkraft in allen Gemeinden des Landes haben die bisherige Struktur der Rabbinatsbezirke gefährdet und lassen eine neue Gliederung als erforderlich erscheinen. Für diese Neuordnung spielt die Frage, wie sich historisch betrachtet die Rabbinatsbezirke gebildet und entwickelt haben, ob vom Rabbinat oder von den Gemeinden aus, ob als Nachfolger der früheren. Judenkorporationen oder als eigene selbständige Gebilde^ keine große Rolle mehr. Frankenburger